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Wo der Hotelschlüssel auch ein Trambillett ist

Immer mehr Schweizer Städte bieten ihren Hotelgästen Gratistickets für den öffentlichen Verkehr an. Doch ausgerechnet eine der wichtigsten Tourismusstädte will nicht mitmachen.

In Basel-Stadt erhalten die Hotelgäste ein Mobility-Ticket: Ein Tram der Basler Verkehrs-Betriebe.
In Basel-Stadt erhalten die Hotelgäste ein Mobility-Ticket: Ein Tram der Basler Verkehrs-Betriebe.
www.bvb.ch

Gratistickets für Hotelgäste für den öffentlichen Verkehr haben sich inzwischen quer durch die Schweiz zu einem kleinen Trend entwickelt, bei dem vor allem Städte mitmachen, die auf Kongresstourismus setzen.

Seit Juni 2014 gibt es das Angebot in den Hotels der Bundeshauptstadt. Das Bern-Ticket wird jedem Gast für die ganze Dauer des Aufenthalts abgegeben. Es gilt für den öffentlichen Verkehr auf dem Stadtgebiet samt Agglomeration. Finanziert wird das Gratisbillett über einen Zuschlag von 1.50 Franken pro Gast auf die Übernachtungsabgabe.

Verschiedene Vorreiter

Die Vorreiter von Bern heissen unter anderem Basel oder Luzern. Die Hotels in Luzern bieten ihren Gästen bereits seit 2012 ein Gratisticket an. Es gilt für vier ÖV-Zonen – aber nicht für die Schifffahrt. Die Kosten des Angebots trägt Luzern Tourismus.

In Basel-Stadt erhalten die Hotelgäste das Mobility-Ticket des Tarifverbundes Nordwestschweiz, das für mehrere Zonen auf Stadtgebiet gültig ist. Am Anreisetag genügt zudem die Bestätigung der Hotelreservation für den unentgeltlichen ÖV-Transport vom Bahnhof oder Euro-Airport zum Hotel.

Im Kanton Basel-Land bekommen die Hotelgäste ein Mobility-Ticket, mit dem die öffentlichen Verkehrsmittel der Region Basel unbeschränkt und kostenlos genutzt werden können. Dazu gibt es einen Gästepass, der die vergünstigte Nutzung von mehr als 50 Freizeitangeboten in der Region ermöglicht.

Auch am Thunersee

Grosszügig gibt sich auch die Tourismusregion Thunersee zusammen mit Interlaken. Jeder Hotelgast erhält seit März 2014 eine elektronische Gästekarte, die Panoramacard. Damit kann in der ganzen Region gratis mit Bus oder Postauto gefahren werden, dazu gibt es Ermässigungen von bis zu 50 Prozent auf Bergbahnen.

Ein ähnliches Modell wurde im Mai 2014 auch in Davos GR eingeführt. Im Sommer gibt es damit für Feriengäste, die mindestens eine Übernachtung gebucht haben, freie Fahrt auf allen offenen Bergbahnen der Tourismusdestination Davos Klosters.

Zürich findet keine Lösung

Der Trend setzt sich damit zwar in immer mehr Regionen durch. Es gibt aber auch die Gegenbeispiele: In Zürich kostet die Zürich Card, die die freie Benutzung von Tram, Bus, Zug und Schiff, aber auch den freien Eintritt in die meisten Zürcher Museen ermöglicht, weiterhin 24 Franken pro Tag.

Die Einführung von Gratistickets sei auch in Zürich immer wieder ein Thema, erklärt Milena Brasi, Sprecherin von Zürich Tourismus. Bisher habe man dafür aber keine zufriedenstellende Lösung gefunden.

Kongresstourismus in St. Gallen

St. Gallen gehört ebenfalls noch nicht zu den Tourismusorten, die den Extraservice anbieten. Dies soll sich aber ändern: Der Hotelierverein St. Gallen-Bodensee hat im Februar seine «Strategie 2020» lanciert, mit der unter anderem der Kongresstourismus gestärkt werden soll. Ein Thema an der Präsentation waren Gratistickets für den öffentlichen Verkehr, die man den Hotelgästen abgeben will.

Noch ist dazu nichts spruchreif: «Es laufen aber Verhandlungen», erklärte Astrid Nakhostin, Leiterin Freizeitmarketing der Tourismusorganisation St. Gallen-Bodensee. Gespräche gibt es unter anderem mit den St. Galler Verkehrsbetrieben (VBSG). Ein Zeitplan existiert bisher noch nicht. Ein solches Angebot werde aber kommen, versichert sie.

SDA/thu

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