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«Wirtschaftseinbruch hat uns überrascht»

Der Industriekonzern streicht rund 220 Stellen in der Schweiz. Laut Siemens-Chef Johannes Milde könne man nur so gegenüber den Nachbarländern Deutschland und Italien konkurrenzfähig bleiben.

Internationaler Hauptsitz der Abteilung Gebäudetechnologie des Siemens-Konzerns: Standort Zug.
Internationaler Hauptsitz der Abteilung Gebäudetechnologie des Siemens-Konzerns: Standort Zug.
Keystone

Siemens hat den Abbau von rund 220 Stellen in der Schweiz verkündet. Johannes Milde, Chef der Abteilung Gebäudetechnologie von Siemens, rechtfertigt den Entscheid mit der schwächelnden Wirtschaft und dem teuren Franken. Eine Schweizer Arbeitsstunde habe sich um 25 Prozent verteuert.

«Wir sind früher davon ausgegangen, dass wir die Mitarbeiter dank des starken Wachstums halten können. Der Wirtschaftseinbruch hat uns überrascht», sagte Milde in einem Interview mit der «Neuen Luzerner Zeitung» (online nicht verfügbar). Bis vor einem Jahr sei die Sektion jährlich um rund 10 Prozent gewachsen. «Jetzt ist das Wachstum weg.»

Wie kann die Schweiz mithalten?

Der Einbruch der Wirtschaft habe das Unternehmen in den letzten Monaten überrascht, sagt der Siemens-Manager. Vor allem die Entwicklung in Südeuropa hätte den Konzern sehr getroffen. Da in den nächsten Jahren nicht mit einem Bauboom gerechnet werde, müsse man nun handeln.

Die Produktion wird teilweise ins Ausland verlagert. Milde sagt, die Schweiz könne bei den Kosten zum Beispiel nie gegenüber Rumänien konkurrenzfähig sein. «Wir müssen uns aber fragen, wie die Schweiz mit Ländern wie Deutschland und Italien mithalten kann.»

Durch die Veränderung des Frankenkurses sei dieses Verhältnis «aus der Balance» geraten. Jetzt habe man jedoch die Chance, durch die tiefe Inflation und tieferen Löhnen den Unterschied wieder auszugleichen.

Nichts mehr zu befürchten

Angesprochen auf eine bevorstehende Sparrunde beim Mutterkonzern, weist Milde darauf hin, dass die Stellenstreichungen in der Schweiz nichts mit den Entscheidungen des Gesamtunternehmens zu tun hätten: «Auch wenn der Konzern jetzt ein Sparprogramm auflegt, gehe ich davon aus, dass wir nichts mehr zu befürchten haben.»

Der Industriekonzern Siemens baut in der Schweiz rund 220 Stellen ab - 80 Stellen in der Verwaltung sowie 140 in der Entwicklung und Produktion. Betroffen sind die Standorte Zug und Volketswil ZH. Die Schliessung von Volketswil hat Unternehmen bereits im April 2011 bekannt gegeben.

Entscheidung im April

Vom Stellenabbau betroffen sind die Standorte Zug und Volketswil ZH, deren Schliessung das Unternehmen bereits im April 2011 bekannt gegeben hat. In der Verwaltung in Zug werden 80 Stellen abgebaut, in der Entwicklung und der Produktion 140. Gleichzeitig wird ein Teil des Montagegeschäfts nach Rumänien und China verlagert.

Bereits im April 2011 hatte Siemens bekannt gegeben, den Standort Volketswil zu schliessen. Damals hiess es, die rund 200 Angestellten sollten nach Zug umziehen. In Zug befindet sich der internationale Hauptsitz der Abteilung Gebäudetechnologie des Siemens-Konzerns.

SDA/sam/wid

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