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Wirtschaft geisselt AHV-Initiative

Die Initiative der Gewerkschaften mit einer generellen Senkung des Rentenalters auf 62 Jahre würde sich nach Einschätzung der Wirtschaft «verheerend» auf die AHV auswirken.

«Die verheerende Initiative würde der Wirtschaft 150'000 Arbeitskräfte entziehen, dem Missbrauch Tür und Tor öffnen und die Schwarzarbeit massiv ankurbeln», erklärte der Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes, Edi Engelberger, vor den Medien in Bern. Im weiteren sei die Initiative höchst problematisch für den Vollzug, besonders im Ausland. Auch der Wirtschaftsstandort Schweiz würde gefährdet, warnte das Nein-Komitee am Dienstag zur Abstimmung vom kommenden 30. November.

Eine politische Zwängerei

Der Präsident des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, Rudolf Stämpfli, warnte vor den finanziellen Zusatzbelastungen für die AHV, die nach neuesten Berechnungen auf 1,5 Milliarden Franken zu veranschlagen seien. Diese Mehrkosten in Milliardenhöhe würden sich laut Stämpfli negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz auswirken und dem Standort Schweiz schaden. Die Initiative sei zugleich eine politische Zwängerei, habe das Volk doch eine Senkung des Rentenalters in den vergangenen Jahren bereits mehrfach abgelehnt.

Als echte Gefahr für die Konsolidierung und Finanzierung des Sozialversicherungssystems stellte Dino Venezia als Präsident des Centre Patronal das Volksbegehren dar. Die Initiative liege quer in der politischen Landschaft, da die westlichen Länder auf Grund der demografischen Entwicklung das Rentenalter tendenziell erhöhten. Zudem hätten die Versicherten laut Venezia einschneidende Leistungskürzungen in der beruflichen Vorsorge hinzunehmen. Bereits vor einigen Tagen hatte sich der Wirtschaftsdachverband economiesuisse gegen die AHV-Initiative ausgesprochen, da den Beitragszahlenden eine milliardenschwere Finanzierungslast aufgebürdet würde, was insbesondere für die Jungen ungerecht sei.

SGB: «Grosser Auftritt der Heuchler»

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) sprach in einer Reaktion vom «grossen Auftritt der Heuchler». Auf der einen Seite lehnten die Arbeitgeber ein flexibles AHV-Alter ab, auf der anderen Seite weigerten sie sich, ältere Arbeitnehmer zu beschäftigen oder deren Weiterbeschäftigung zu fördern. Mit 46 Prozent sei heute fast die Hälfte aller 60- bis 64-Jährigen nicht mehr erwerbstätig, hält der SGB unter Hinweis auf Statistiken fest. Mit der Initiative «Für ein flexibles Rentenalter» soll ein Anspruch auf eine ungekürzte Altersrente für Versicherte ab 62 Jahren geschaffen werden, die erwerbstätig waren und ihre Erwerbstätigkeit vor dem Rentenbezug ganz oder teilweise aufgegeben haben oder aufgeben mussten. Die Initianten rechnen mit Mehrkosten für die AHV von bis zu 1,15 Milliarden Franken.

AP/cpm

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