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«Wir kommen in eine hektische Phase»

Der zunehmende Druck auf den Schweizer Finanzplatz beunruhigt den Verband der Auslandsbanken: Er fordert einen Krisenstab unter der Leitung von Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf.

Unsichere Zeiten auch für ausländische Banken: Logo der BNP Paribas bei der Niederlassung in Genf. (Archivbild)
Unsichere Zeiten auch für ausländische Banken: Logo der BNP Paribas bei der Niederlassung in Genf. (Archivbild)
Keystone

Angesichts der aktuellen Umbrüche auf den Schweizer Finanzplatz und der Uneinigkeit der Bankbranche fordert der Verband der Auslandsbanken einen Krisenstab: «Wir schlagen die Bildung einer Taskforce unter Leitung des Bundesrates vor», sagte Verbandspräsident Alfredo Gysi in Interviews mit der Sonntagspresse.

Die Taskforce müsse sich mit allen Herausforderungen des Finanzplatzes beschäftigen, nicht nur mit den Steuerfragen, sagte Gysi der «NZZ am Sonntag» (Artikel online nicht verfügbar): «Wir kommen jetzt in eine Phase, in der es hektisch wird.»

Unter grossem Zeitdruck würden in mehreren Bereichen neue Entscheidungen getroffen. «Wir müssen es schaffen, die Position der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVG) direkter an die Politik heranzutragen», sagte Gysi.

«Nicht reflektieren, sondern entscheiden»

«Die Schweiz kann als Kleinstaat aber nur erfolgreich sein, wenn Banken, Behörden und Politik geschlossen und kohärent auftreten. Das gilt es zu verbessern», sagte Gysi dem «SonntagsBlick» (Artikel online nicht verfügbar).

Die Taskforce sollte eine kleine und effiziente Gruppe sein, die nicht reflektiere, sondern entscheide. Die Führung sollte Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf übernehmen.

Zudem sollten Michael Ambühl für das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen und SBVG-Präsident Patrick Odier Einsitz nehmen. Auch je einen Vertreter von National- und Ständerat sowie der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) würde man begrüssen, sagte Gysi beiden Zeitungen.

Warten auf Bundestagswahlen

Gysi bedauert, dass das Abgeltungssteuerabkommen mit Deutschland zu scheitern droht. Das Abkommen sei dort leider zum Wahlkampfthema geworden.

«Ein Scheitern wäre schade, weil wir ein faires und pragmatisches Angebot vorgelegt haben», sagte Gysi. Sollte es im Vermittlungsausschuss des deutschen Parlaments definitiv scheitern, müsse man abwarten, wie sich die politischen Kräfteverhältnisse bei den nächsten Wahlen veränderten. Unter Umständen komme Berlin später noch einmal auf den Vertrag zurück.

Wenn die fünf oder sechs grössten Staaten aber einst wirklich einen automatischen Informationsaustausch einführen würden, könne sich dem die Schweiz nicht entziehen. «Doch das kann noch Jahre dauern», sagte Gysi der «NZZ am Sonntag».

SDA/fko

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