«Wir investieren 10 weitere Millionen»

Knall beim Onlineportal «Watson»: Gründer Hansi Voigt geht. Was zum Bruch geführt hat, erklärt Michael Wanner – der neue Geschäftsleiter .

«Hansi Voigts Verdienst als Gründer und Pionier ist gross»: Michael Wanner, neuer Geschäftsführer von «Watson». (Bild: PD)

«Hansi Voigts Verdienst als Gründer und Pionier ist gross»: Michael Wanner, neuer Geschäftsführer von «Watson». (Bild: PD)

Franziska Kohler@tagesanzeiger

Hansi Voigt verlässt «Watson», weil man sich nicht auf einen gemeinsamen Weg und eine neue Führungsstruktur einigen konnte. Was heisst das? Wie sahen die Vorstellungen aus? Bei diesen Uneinigkeiten ging es nicht um meine Person, sondern um die Führungsstruktur. Der gesamte Verwaltungsrat hat sich dafür ausgesprochen, die Geschäftsführung und die Chefredaktion zu trennen, Hansi Voigt war dagegen.

Sie übernehmen von Voigt den Posten des Geschäftsführers. Die grosse Frage lautet nun: Wer wird Chefredaktor? Das steht noch nicht fest. Wir wollen auf eine interne Lösung setzen. Das Chefredaktionsteam besteht aus drei Mitgliedern, sie übernehmen bis auf weiteres die Führung.

Hansi Voigt hat den Geist von «Watson» massgeblich geprägt, viele Journalisten sind nur seinetwegen zu «Watson» gekommen. Wie geht es nun ohne ihn weiter? Kann man ihn überhaupt ersetzen? Hansi Voigts Verdienst als Gründer und Pionier ist gross und wird es immer bleiben. Natürlich war seine Rolle für den Aufbau zentral, aber ich denke, es wäre auch nicht richtig, die Zukunft des ganzen Portals von ihm abhängig zu machen. Am Schluss stecken alle Mitarbeiter ihr Herzblut hinein. Sie alle sind es, die «Watson» ausmachen.

Zuletzt gab es bei «Watson» Sparmassnahmen und Kündigungen, die Einnahmen steigen weniger stark als erwartet. Wie sieht die wirtschaftliche Situation aktuell aus? Es ist kein Sparprogramm geplant, und «Watson» wird auch nicht in die AZ integriert. Wir sind sehr stark ins Jahr 2016 gestartet und auf Budgetkurs. 20 Millionen Franken haben wir bereits in «Watson» investiert, 10 weitere Millionen werden bis zum Break-even noch folgen.

Steht ein Verkauf von «Watson» zur Diskussion? Nein. Wir glauben an das Potenzial von «Watson» als junges, unterhaltendes Newsportal, das gegen die Langeweile der arrivierten Portale ankämpft.

baz.ch/Newsnet

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