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Wie die Sportartikelhändler dem Einkauftourismus trotzen

Sportartikel im Ausland einzukaufen, soll nicht mehr attraktiv sein. Darum haben die Händler die Preise verbreitet bereits um 20 Prozent gesenkt. Die Branche hofft auf eine Kehrtwende – und auf viel Schnee.

Der Umsatz der Branche ist letztes Jahr eingebrochen: Ein Verkäufer hilft einer Kundin bei der Anprobe eines Velohelms. (Archivbild)
Der Umsatz der Branche ist letztes Jahr eingebrochen: Ein Verkäufer hilft einer Kundin bei der Anprobe eines Velohelms. (Archivbild)
Keystone

Der Schweizer Sportartikelmarkt darbt. Die Folgen der Euro-Krise und ein schlechter Start in den Winter haben das Geschäft im vergangenen Jahr einbrechen lassen. Für die bevorstehende Saison sind die Verkäufer von Skis, Snowboards und Zubehör zuversichtlicher.

Der kommende Winter verspreche für die Sportfachgeschäfte besser zu werden als im Vorjahr, sagte Claude Benoit, Präsident des Branchenverbandes ASMAS, heute an einer Medienkonferenz in Zug. Er verwies auf die frühen ersten Schneefälle und den nachlassenden Effekt der Frankenstärke wegen des Euro-Mindestkurses.

Preise stark angepasst

Inzwischen seien die Preise von Lieferanten und Verkäufern verbreitet um 20 Prozent und mehr nach unten angepasst worden. Das mache Einkäufe im Ausland weniger attraktiv. Im laufenden Quartal erwartet Benoit wieder einen Umsatzanstieg um 4 Prozent.

Die Einbussen aus dem letzten Jahr kann der Sportdetailhandel mit seinen rund 1680 Geschäften, 9200 Angestellten und 1100 Lernenden aber nicht so schnell wettmachen: 2011 brach der Umsatz um 11,5 Prozent ein. «Es war ein schweres Jahr, das viel Substanz kostete», sagte Benoit. Die Händler mussten Margeneinbussen verkraften.

Marktvolumen von zwei Milliarden

Der Schweizer Sportartikelmarkt (ohne Fahrradgeschäft) kam noch auf einen Jahresumsatz von 2,0 Milliarden Franken, wovon 0,84 Milliarden Franken mit Winterartikeln erzielt wurden. Damit lag der Umsatz nur noch um 1,4 Prozent über dem Stand von vor zehn Jahren. Ohne die steigenden Verkäufe von Sportbekleidung und Zubehör wie Helmen oder Rückenprotektoren hätte sich der Markt noch schwächer entwickelt.

Die umsatzstärkste Kategorie ist weiterhin Ski/Snowboards mit einem Anteil von fast 40 Prozent. Die Zahl der verkauften Paar Skis liegt trotz des Trends zur Skimiete mit 280'000 nicht stark unter dem Wert von vor zehn Jahren. Um rund ein Drittel zurückgegangen ist hingegen der damit erzielte Umsatz.

Zusammen mit dem Lieferanten-Verband SPAF hatte der ASMAS versucht, dem zunehmendem Einkaufstourismus mit der Kampagne «hier-gekauft.ch» Gegensteuer zu geben. Dennoch vermochten die Argumente Zeitgewinn, Beratung, Produktequalität und Serviceleistung nicht alle vom Einkaufen im Ausland abhalten. Zudem sank der Umsatz wegen der Preisabschläge.

Im zu Ende gehenden 2012 dürfte ein weiterer Umsatzrückgang um 2 Prozent resultieren. Dank der guten Schneesituation lag zwar das erste Quartal um 3 Prozent über dem Vorjahresquartal. Enttäuschend verlief dann aber das Sommerhalbjahr.

EM und Olympia brachten nichts

Trotz Fussball-Europameisterschaft und Olympischen Spielen fiel der Umsatz im zweiten Quartal um 7 Prozent und im dritten Quartal um 3 Prozent. «Von den Sportgrossanlässen haben wir nichts gespürt», sagte Benoit.

Im Fokus der Kampagne für die anstehende Wintersaison sind Familien und Jugendliche. Hauptziel ist, die Ski- und Wintersportbranche vom Hochpreisimage wegzubringen. Zahlreiche Sportfachgeschäft führen laut den Angaben familienfreundliche Angebote: zum Beispiel ein Gratisumtausch auf grössere Modelle im Folgewinter, Umtauschmöglichkeiten oder spezielle Miettarife.

SDA/rbi

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