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Wie die Gewerkschaft Syna ihr eigenes Personal behandelt

Sie kämpft für die Rechte der Arbeitnehmer, ist aber offenbar selber kein vorbildlicher Arbeitgeber: Syna, die zweitgrösste Gewerkschaft der Schweiz, hat sich mit ehemaligen Angestellten in einen Arbeitskampf verstrickt.

Ruft die Bauarbeiter zum Protest auf – und erntet Protest aus den eigenen Reihen: die Gewerkschaft Syna.
Ruft die Bauarbeiter zum Protest auf – und erntet Protest aus den eigenen Reihen: die Gewerkschaft Syna.
Keystone

Die Gewerkschaft Syna hat Probleme mit dem eigenen Personal. Wie die Nachrichtensendung «10vor10» berichtet, häufen sich bei ihr die Kündigungen. Syna-Präsident Kurt Regotz bestätigt zudem gegenüber dem Schweizer Fernsehen, dass acht ehemalige Gewerkschafter die Syna auf fehlende Lohnzahlungen verklagt haben. Die Gerichte hätten entschieden, dass die Gewerkschaft 100'000 Franken Löhne nachzahlen muss. Die Forderungen der ehemaligen Mitarbeiter waren gar noch höher.

Offenbar gab es auch einige unschöne Abgänge. Dem ehemaligen Churer Gewerkschaftssekretär Thomas Balmer wurde angeblich nach einer verbalen Auseinandersetzung gekündigt. Auslöser sei die Mitarbeiterqualifikation gewesen, mit der Balmer nicht einverstanden war. Die Gewerkschaft gab ihm kurz vor Weihnachten 2009 zehn Minuten Zeit, seinen Arbeitsplatz zu räumen und die Schlüssel abzugeben.

«Nicht mehr Wechsel als in anderen Firmen»

Die Kritik aus den eigenen Reihen wird immer grösser. Gewerkschafter Martin Bühler, Präsident der Syna-Region Olten-Solothurn fordert Massnahmen. «Es kann nicht sein, dass die Syna eigene Leute so schlecht behandelt, wie sie es bei anderen Firmen anprangert», sagt er gegenüber «10vor10». Die Gewerkschaft gebe zudem jährlich eine Million Franken mehr aus, als sie einnehme. Dies führe zu einer Abwärtsspirale: In den Regionen würden Gewerkschaftssekretäre abgebaut. Wenn die Syna nicht bald etwas ändere, werde es sie nicht mehr lange geben.

Syna-Präsident Kurt Regotz stellt indessen in Abrede, dass es bei der Gewerkschaft mehr Personalwechsel gebe als bei anderen Firmen. Die Kündigungen seien allesamt gerechtfertigt gewesen.

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