Wer ist der mysteriöse Spekulant «50 Cent»?

Ein Unbekannter wettet in grossem Stil auf einen Einbruch der amerikanischen Börse. Er kauft dazu günstige Optionen zu 50 Cents. Nun gibt es Hinweise, wer er sein könnte.

Kaum zu glauben: Nachdem der Dow-Jones-Index erst kürzlich erstmals 20'000 Punkte erreicht hatte, kletterte er im März bereits auf über 21'000 Zähler.

Kaum zu glauben: Nachdem der Dow-Jones-Index erst kürzlich erstmals 20'000 Punkte erreicht hatte, kletterte er im März bereits auf über 21'000 Zähler.

(Bild: Reuters Brendan McDermid)

Die Investoren sind in Feierlaune. Im März hat der amerikanische Leitindex Dow Jones Industrial ein neues Allzeithoch von 21'169 Punkten erreicht. Auch an anderen Börsen wurden Rekorde gefeiert. Und derzeit sieht es nicht danach aus, als ob sich die Stimmung bald ändern würde. Einige Beobachter sprechen bereits von einem Superboom, der den Dow Jones in den nächsten zwei Jahren auf 30'000 oder mehr hieven könnte.

Doch es gibt auch warnende Stimmen nach einer bereits neun Jahre dauernden Aufwärtsbewegung. Zu ihnen gehört ein mysteriöser Spekulant in Grossbritannien. Er wettet im grossen Stil auf einen Einbruch der Aktienkurse in den USA. Er kauft dazu Optionen auf den Vix, den CBOE Volatility Index. Der Vix zeigt auf, wie stark die Aktien des breit gefassten US-Indexes S & P 500 schwanken. Hohe Schwankungen – im Jargon hohe Volatilität genannt – treten in Zeiten von Börsenkrisen auf.

Papiere zu Tiefstpreisen

Der Unbekannte hat bereits rund 120 Millionen Dollar in die Wetten auf den Vix gesteckt. Er ist damit eine sehr grosse Position eingegangen, die rund 8,5 Prozent aller ausstehenden Vix-Optionen entspricht. Die Papiere kauft er zu Tiefstpreisen, oft zu 50 Cents. An der Börse wurde dem mysteriösen Spekulant deshalb bereits der Übername «50 Cent» verpasst.

Die Finanzeitung «Financial Times» hegt einen Verdacht, wer 50 Cent sein könnte. Vieles deute auf die britische Finanzfirma Ruffer Funds mit Sitz an der noblen Londoner Victoria Street hin, geführt von Jonathan Ruffer. Sie bezieht sich dabei auf Aussagen von Börsenhändlern. Vom Chef oder von seiner Firma selbst gibt es keinen Kommentar.

Warten auf die Krise

Wie das Blatt aber berichtet, habe Ruffer in Präsentationen vergangenes Jahr erklärt, dass man sich gegen hohe Volatilität absichere – eine ganz normale Strategie. Mit einem solchen Vorgehen kann ein Investor Verluste auf dem Rest seiner Anlagen ausgleichen und einen Crash einigermassen schadlos überstehen.

Bislang hat 50 Cent allerdings mit seiner Strategie nur Geld verloren. Die Wette zahlt sich aber umso mehr aus, sobald die Aktienkurse fallen. Dann schnellt der Wert der Optionen in die Höhe.

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