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Wer den Stundenrapport zu spät einreicht, muss zahlen

Die Revisionsfirma KPMG bestraft in Grossbritannien nachlässige Mitarbeiter. Und in der Schweiz? Dazu will das Unternehmen nichts sagen.

Die neue Regelung verärgert die Mitarbeiter: KPMG in Grossbritannien.
Die neue Regelung verärgert die Mitarbeiter: KPMG in Grossbritannien.
Reinhard Krause, Reuters

Die Arbeitszeiterfassung sorgt in Unternehmen regelmässig für Unmut: Viele vergessen, ihren Stundenrapport auszufüllen oder zögern das Einreichen hinaus. Besonders in Firmen, die auf Projektbasis arbeiten, ist dieser Arbeitsnachweis essenziell. Sie müssen einen Nachweis erbringen, wie viele Stunden ihre Mitarbeiter für einen gewissen Kunden gearbeitet haben.

Beim Wirtschaftsprüfer KPMG scheint es – zumindest im britischen Büro – mit diesen Rapporten regelmässig Ärger zu geben. In Grossbritannien müssen Mitarbeiter neu eine Strafe von 100 Pfund (rund 125 Franken) zahlen, wenn sie ihre Stundenabrechnung zu spät ausfüllen. Dieses digitale Protokoll zeigt, wie lange Mitarbeiter an einer spezifischen Aufgabe gearbeitet haben.

Mitarbeiter fühlen sich wie Kinder behandelt

Die Busse wird laut «Financial Times» vom individuellen Bonus abgezogen. Dadurch gebe es mehr Geld für Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeitnachweise rechtzeitig einreichten. Die Geldbussen seien eingeführt worden, damit «wir unsere Einnahmen genau verfolgen, unsere Arbeit für Kunden dokumentieren und unsere Ressourcen effektiv planen können», so KPMG.

KPMG Schweiz wollte auf Nachfrage keine Auskunft geben, ob ähnliche Regelungen in der Schweiz bestünden. Man äussere sich nicht zu derart operativen Details, teilte ein Sprecher mit.

«Verzweifelt»

In Grossbritannien kommt die Richtlinie bei den Angestellten nicht gut an. Verärgerte Mitarbeiter der Beratungsabteilung des Unternehmens haben sich beschwert, dass sie wie Kinder behandelt würden.

Ein Partner von einer Konkurrenzfirma nannte die Regelung der «Financial Times» gegenüber «verzweifelt». «Was für eine Art, sein professionelles Personal zu behandeln.» Andere Firmen würden das IT-System für Mitarbeiter sperren, wenn sie ihre Rapporte nicht rechtzeitig einreichten. Finanzielle Bussen seien ihm aber andernorts nicht bekannt, sagte der Partner, der anonym bleiben wollte.

Busse für verlorenes IT-Material abgeschafft

Eine weitere umstrittene Richtlinie hat KPMG mittlerweile aufgegeben. Die Wirtschaftsprüfungsfirma hatte dieses Jahr in Grossbritannien angefangen, Mitarbeiter zu büssen, wenn sie IT-Ausrüstung verloren, also Computermäuse, Handyladegeräte, Tabletstifte und Ähnliches. Die Regelung sei nach einer Versuchsperiode, in der man das Feedback von Mitarbeitern eingeholt habe, wieder abgeschafft worden.

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