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Weltbank sorgt sich um Schwellenländer

Viele Arbeitslose und schwacher Handel: Die Weltbank erwartet für 2013 nur noch ein Wachstum von 2,2 Prozent. Sorgen bereiten insbesondere die bisherigen Wachstumsmotoren.

Schwellenländer werden gemäss der Prognose weniger stark als erwartet wachsen: Ein Arbeiter im chinesischen Hafen von Lianyungang bereitet Stahlbarren zum Verladen vor.
Schwellenländer werden gemäss der Prognose weniger stark als erwartet wachsen: Ein Arbeiter im chinesischen Hafen von Lianyungang bereitet Stahlbarren zum Verladen vor.
Reuters

Den bisherigen Lokomotiven der Weltwirtschaft droht die Luft auszugehen. Die Weltbank sorgt sich besonders um die Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien. Sie warnt aber auch vor der Krise in der Eurozone.

Ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft reduzierte die Organisation im Vergleich zum vergangenen Januar leicht von 2,4 auf 2,2 Prozent. Für 2014 korrigierte sie das bislang ermittelte Plus von 3,1 auf 3,0 Prozent. 2015 werde das globale Bruttoinlandprodukt (BIP) um 3,3 Prozent zunehmen. «Während es Zeichen der Hoffnung im Finanzsektor gibt, ist die Abkühlung der Realwirtschaft tatsächlich ungewöhnlich langwierig», erklärte Weltbank-Chefökonom Kaushik Basu.

Prognose für Schwellenländer gesenkt

Bislang hatten Schwellenländer wie China entscheidende Impulse für die Weltwirtschaft gegeben und auch die Talfahrt in der Eurozone abgemildert. Die Wachstumserwartung für die Gruppe der Schwellenländer korrigierte das Institut nun für 2013 von 5,5 auf 5,1 Prozent nach unten. 2014 soll das BIP in diesen Ländern um 5,6 und 2015 um 5,7 Prozent wachsen.

Dieses nachlassende Wachstum gekoppelt mit der hohen Arbeitslosigkeit in den Industrienationen und eine immer noch schwächelnder Welthandel zählt die Weltbank zu den grössten Problemen. In einer Reihe aufstrebender Länder in Asien, Afrika und am Rande Europas würden Produktionsengpässe die Konjunktur hemmen. Negativfolgen könnten etwa Inflation oder Spekulationsblasen sein.

In vielen Euroländern bereite die wachsende Arbeitslosigkeit Sorgen. In diesem Jahr schrumpfe die Konjunktur in der Region um 0,6 Prozent, in den kommenden beiden Jahre betrage das Wachstum dann 0,9 und 1,5 Prozent, was für eine Zunahme der Beschäftigung kaum genug sei, heisst es in dem Ausblick, der am Donnerstag (Ortszeit) in Washington veröffentlicht wurde.

Verunsicherung wegen Fed

Auch die Ungewissheit über den Verlauf der Niedrigzinspolitik der US-Notenbank Fed trage zur globalen Unsicherheit bei. «Es gibt grössere Spekulationen und eine verbreitete Besorgnis darüber, dass die USA ihre quantitative Lockerung einstellen», sagte Basu. Vor allem an den Finanzmärkten wird befürchtet, dass Zinserhöhungen die Wirtschaft abwürgen.

Gefährlich seien auch sinkende Rohstoffpreise durch zahlreiche neue Förderstätten und Energiequellen. Rohstoffexportierende Nationen könnten «ernsthafte finanzielle Rückschläge und ein schwächeres Wachstum erfahren», heisst es im Weltbank-Bericht. Das Plus von 4,0 Prozent beim Handel in diesem Jahr liege schliesslich immer noch weit hinter den 7,3 Prozent zurück, die vor der Finanzkrise erzielt worden seien.

SDA/mw

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