Weitere Restaurants von Jamie Oliver pleite

Der Starkoch muss nun auch seine Restaurants in Australien aufgeben. In die Schweiz will er weiterhin expandieren.

Pleiten und Pannen: Jamie Oliver.

Pleiten und Pannen: Jamie Oliver.

(Bild: Keystone Laurent Gillieron)

Caroline Freigang@c_freigang

Weitere Niederlage für Jamie Oliver: Nachdem bekannt wurde, dass der Starkoch bereits in seinem Heimatmarkt Grossbritannien ein Drittel der Filialen von Jamie’s Italian schliessen muss, stehen nun auch seine australischen Läden vor der Pleite. In einer kurzfristigen Rettungsaktion hat die Restaurantgruppe Hallmark fünf der Restaurants von Jamie Oliver übernommen, schreibt der britische «Guardian».

Ein sechstes Restaurant in der australischen Hauptstadt Canberra wurde per sofort geschlossen. Auf einem Zettel an der Restauranttür steht: «Mit grosser Trauer müssen wir verkünden, dass Jamie's Italian Canberra seine Tore auf unbestimmte Zeit schliessen muss. Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung in den letzten 4,5 Jahren.»

Zum zweiten Mal pleite

Brisant: Jamie Oliver hatte erst kürzlich die unter seinem Namen laufenden Restaurants in Australien zurückgekauft. 2016 war er eingesprungen, um die Filialen, die bis dahin als Franchises betrieben wurden, zu retten. Diese standen bereits zu dem Zeitpunkt vor der Pleite. Oliver integrierte die Jamie Oliver Restaurant Group Australia in seine britische Firma Jamie Oliver Ltd – offenbar ohne Erfolg.

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Für die australischen Kunden dürfte der Besitzerwechsel nicht unbedingt schlechte Nachrichten sein. Immer wieder war Jamie’s Italian mit seinem Konzept bei der Kundschaft angeeckt. Viele echauffierten sich etwa darüber, dass man bei dem Italiener keine Tische reservieren konnte. Das führte dazu, dass gewisse Gäste bis zu drei Stunden auf einen Sitzplatz warten mussten. Das soll sich nun ändern: Künftig sollen Tischreservationen möglich sein.

Restaurant in Zürich geplant

Trotz der Misserfolge will Jamie Oliver weiterhin in die Schweiz expandieren. Wenn er den richtigen Partner finde, eröffne er sofort ein Restaurant in der Schweiz, sagte der Stargastronom bereits 2016. Diesen scheint er gefunden zu haben: Zusammen mit dem Unternehmer Roy Zsidai sei man auf der Ausschau nach einem Restaurant in Zürich, sagte Zsidai gegenüber der «Schweiz am Wochenende». Eine Eröffnung sei noch in diesem Jahr möglich. Zsidai leitet bereits ein Jamie’s Italian in Budapest und Wien.

Von den Pleiten bei Jamie’s Italian sind dem Unternehmen zufolge nur die Restaurants in Grossbritannien betroffen. Franchise-Filialen ausserhalb des Königreichs würden von einem separaten Unternehmen Jamie’s Italian International geführt, sagte eine Sprecherin des Unternehmens dieser Zeitung.

Schulden in Millionenhöhe

Britischen Medien zufolge soll Jamie’s Italian in Grossbritannien Schulden in Höhe von 71,5 Millionen Pfund (rund 93 Millionen Franken) angehäuft haben. Im letzten Jahr hatte die Kette ein Minus von rund 10 Millionen Pfund eingefahren. 12 von 37 Filialen im Vereinigten Königreich sollen geschlossen werden, 450 Jobs stehen auf dem Spiel.


Jamie Oliver liebt Olivenöl:

baz.ch/Newsnet

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