Zum Hauptinhalt springen

Weatherford dreht der Schweiz definitiv den Rücken zu

Die Weatherford-Aktionäre haben entschieden: Der Ölförder-Dienstleister verlegt sein Hauptquartier von Zug nach Irland. Das hat auch Konsequenzen für die Schweizer Börse.

Bohrköpfe zu verkaufen: Weatherford-Stand an einer Messe im irakischen Basra. (Archiv 2010)
Bohrköpfe zu verkaufen: Weatherford-Stand an einer Messe im irakischen Basra. (Archiv 2010)
Reuters
Als Standort für multinationale Konzerne noch immer attraktiv: Zug.
Als Standort für multinationale Konzerne noch immer attraktiv: Zug.
Keystone
Hier gehen wegen des Wegzugs von Weatherford Jobs verloren: Standort Genf.
Hier gehen wegen des Wegzugs von Weatherford Jobs verloren: Standort Genf.
Gian Ehrenzeller, Keystone
1 / 4

Das Ölförder-Dienstleister Weatherford verlässt die Schweiz definitiv: Die Aktionäre des Unternehmens mit Wurzeln in den USA haben am Montag dem Verlegung des Hauptsitzes nach Irland zugestimmt.

Weatherford, dessen operatives Hauptquartier sich in Texas befindet, hatte 2009 seinen juristischen Sitz aus steuerlichen Gründen nach Zug verlegt. Seit Herbst 2010 ist der Konzern auch an der Schweizer Börse SIX kotiert.

Weg von der Börse

Allerdings werden im Hinblick auf den Umzug auf die grüne Insel und der damit verbundenen Fusion der Schweizer Holding mit der unter irischem Recht firmierenden Weatherford International Limited die Weatherford-Aktien am 19. Juni von der Schweizer Börse genommen. Sie bleiben in New York kotiert.

Der Entscheid für Irland überrascht nicht. Die irische Regierung wirbt aktiv um Grosskonzerne mit Sitz in der Schweiz. Für Irland spricht aus Sicht der Unternehmen, ein ordentlicher Gewinnsteuersatz von 12,50 Prozent. Die Schweizer Kantone erheben im Durchschnitt 17,92 Prozent.

Ob auch beim Wegzug von Weatherford steuerliche Gründe eine Rolle spielten, ist unklar. Denn das Unternehmen belässt seinen Steuersitz in der Schweiz. «Die Schweiz verfügt über ein stabiles, entwickeltes und wettbewerbsfähiges Steuerwesen, mit dem die Direktion von Weatherford vertraut ist», teilte das Unternehmen mit.

Anfang April bei der Bekanntgabe der Sitzverlegung hatte Weatherford-Chef Bernard Duroc-Danner erklärt, die Sitzverlegung ermögliche es Weatherford, zu den tiefstmöglichen Kosten zu arbeiten und die besten Mitarbeiter anzuziehen.

Anfang Mai kündigte auch der Sicherheitskonzern Tyco an, seinen Hauptsitz von der Schweiz nach Irland zu verlegen. Begründet wurde der geplante Wegzug mit der Abzocker-Initiative. Definitiv darüber entscheiden müssen hier noch die Aktionäre.

SDA/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch