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Was morgen von der UBS zu erwarten ist

Die Grossbank stellt morgen ihr Quartalsergebnis vor. UBS-Chef Ermotti wird dabei die letzten Zahlen seines Vorgängers präsentieren. Die Bank könnte trotz Investmentskandal mit einem blauen Auge davonkommen.

Interimistischer UBS-Chef: Sergio Ermotti. (Archivbild)
Interimistischer UBS-Chef: Sergio Ermotti. (Archivbild)
Reuters

Morgen präsentiert UBS-Chef Sergio Ermotti das letzte Quartalsergebnis seines Vorgängers Oswald Grübel. Die UBS hat bereits in Aussicht gestellt, dass sie trotz ihres Milliardenverlusts in London einen «bescheidenen Gewinn» ausweisen werde.

Der Skandal, den die UBS am 15. September publik machte und der wenige Tage später zu Grübels Rücktritt führte, kostete die UBS 2,3 Milliarden Dollar. Der Händler in der Londoner Investmentfiliale, der vermutlich das Desaster mit unerlaubter Finanz-Jonglage angerichtet hat, steht Ende November in der britischen Hauptstadt vor Gericht.

Verlust wettmachen

Ins Plus schafft es die UBS aber nur dank eines Bilanzeffekts. Wachsende Sorgen der Märkte – repräsentiert durch sinkende Ratings – lassen auch den Wert der UBS-Obligationen schrumpfen. Dadurch kann die Bank ihre Verbindlichkeiten tiefer ausweisen, was sich positiv auf die Gewinnberechnung auswirkt.

Auf diese Weise gewinnt die Bank etwa 1,5 Milliarden Franken, wie sie selbst mitgeteilt hat. Mit dem zusätzlichen Verkauf von Anlagen im Wert von 700 Millionen Franken kann sie den Verlust so ungefähr wettmachen. Da allerdings noch 400 Millionen Franken für den im Juli angekündigten Stellenabbau anfallen, hängt der Gewinn vor allem vom Ergebnis der Vermögensverwaltung ab.

Schätzungen variieren

Das Geschäft mit den Vermögen von Privatpersonen lief allerdings auch schon besser. Die Schuldenkrise auf beiden Seiten der Atlantiks verängstigt viele der reichen Kunden rund um den Globus und beschert den grossen Banken weniger Aufträge.

«Wie viel ist ein 'bescheidener Gewinn'?», fragt deshalb die Bank Vontobel. Deren Analystin Teresa Nielsen glaubt, dass es 266 Millionen Franken sein werden. Die Prognosen ihrer Kollegen variieren: Das japanische Finanzhaus Nomura erwartet nur 99 Millionen Franken Gewinn, die Deutsche Bank hingegen rechnet bei der UBS mit einem Plus von fast 500 Millionen Franken.

Im dritten Quartal des vergangenen Jahres machte die UBS 1,66 Milliarden Franken Gewinn, der allerdings etwa zur Hälfe aus einer Steuergutschrift bestand. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres erreichte sie gut 1 Milliarde Franken Gewinn, eine Zahl, die unter den Erfolgen der Zeiten vor der Finanzkrise liegt.

Auch CS unter Druck

Sowohl die UBS als auch die Credit Suisse, die am 1. November über ihre Zahlen berichten wird, haben bereits mit Kostensenkungen auf die schwierigere Lage in der Vermögensverwaltung reagiert. Weil es auch an den Finanzmärkten nicht rosig läuft, sind Banken auch mit einem zähen Geschäftgang im Investmentbanking konfrontiert. Der Wertschriftenhandel bringt nicht mehr die Erträge wie vor der Krise.

Im Juli kündigte die CS den Abbau von 2000 Stellen an. Bei der grösseren UBS, die 3500 Arbeitsplätze streicht, könnten es laut Medienberichten in Tat und Wahrheit noch mehr sein.

Eine erste Prognose der Deutschen Bank sagt der CS einen Gewinn von rund 1,3 Milliarden Franken voraus, die Hälfte davon allerdings aufgrund von einmaligen Sondereffekten. Vor einem Jahr erzielte die CS im Vergleich zu früher magere 609 Millionen Franken Gewinn. Im zweiten Quartal 2011 fuhr sie 768 Millionen Franken Gewinn ein.

SDA/kpn

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