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«Warum eigentlich gibt es die Billag?»

Das Geheimnis um die Billag-Millionen führt zu intensiven Reaktionen der Leser von Redaktion Tamedia. Gefragt wird etwa, weshalb man eine faktische Steuer nicht per Steuererklärung abhandeln kann.

Wozu die 55 Millionen für die Billag? Der Beitrag über die Inkasso-Firma für Radio- und TV-Gebühren weckt grosses Interesse und führt zu ungewohnt intensiven Reaktionen. Auf dem Forum werden mehrere Aspekte diskutiert: Viele Leser ärgern sich grundsätzlich darüber, für das Fernseh- und Radioprogramm Gebühren bezahlen zu müssen; auch werden grundsätzliche Zweifel angemeldet an den Service-Public-Institutionen. Kritik wird zudem laut daran, dass die Billag (offenbar teure) Werbefilme produziert und finanziert. Zur Erinnerung: Letztes Jahr machte die Firma mit einem fast dreiminütigen Spot in aufwändigem Trickfilm-Verfahren landesweit von sich reden. Und schliesslich melden sich Leute, die mit Billag-Mitarbeiter unbefriedigende Erfahrungen gemacht haben.

Auf positiven Anklang stösst die Idee, die TV- und Radio-Empfangsgebühren einfach per Steuererklärung zu erfassen und dann auch per Steuerrechnung zu bezahlen. Dass auch Handys und Computer seit 1. September gebührenpflichtig sind, scheint dieser Idee zusätzliche Argumente zu verleihen – die Gebühren werden, obwohl sie es rechtlich nicht sind, einfach als weitere Steuer empfunden.

Einige Stimmen zu diesem Thema:

«Da mir das Radioprogramm schon seit Jahren ganz ordentlich auf die Nerven geht, habe ich mein Radioempfangsgerät verkauft und mich bei der Billag abgemeldet. Da ich aber einen PC habe, soll ich Gebühren bezahlen. ... Ich werde nun genötigt, für einen Leistung zu bezahlen die ich nicht nutze.»

«Habe vor kurzem mit der Billag telefoniert, da ich nur einen Internetanschluss zuhause habe und kein TV-Gerät. Ich muss jetzt Radiogebühren zahlen, höre zwar keines, aber ok... Als ich mich im gleichen Gespräch anmelden wollte, hiess es, es käme da schon mal jemand vorbei. »

«Ich habe weder Fernsehen noch Radio. Das sind gestrige Medien. ... Soll doch für die Leute, die Schweizer Fernseh-oder Radioprogramme empfangen wollen, ein Pay-Access eingerichtet werden. Technische Möglichkeiten dazu gibt es zuhauf.»

«Warum gibt es eigentlich die Billag? Aus einem einfachen Grund: Man will vermeiden, dass die Verteilung der (zwangsabgabeähnlichen) RTV-Gebühren direkt durch die Politiker beeinflusst werden kann (z.B. Kürzungen als Vergeltung für die SRG). Es wäre wohl tatsächlich günstiger, alles über Steuern zu finanzieren. Vielleicht käme man aber in Konflikt mit der Staatsunabhängigkeit der Medien.»

«Die Kosten für Radio und Fernsehen sollten über die Steuern eingezogen werden, da ja praktisch die ganze Bevölkerung entweder Radio hört oder Fernsehen schaut. Damit liesse sich nämlich viel Geld für unötige Verschlüsselungstechnik und das Jagen nach Schwarzsehern verhindern.»

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