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Vontobel-CEO: Ein Drittel der Banken wird verschwinden

An einem Journalistenbriefing äussert sich der Chef der Bank Vontobel, Zeno Staub, über die Zukunft der Banken in der Schweiz und über den Steuerdeal mit den US-Behörden.

ssc/Bloomberg
Hat noch keine Entscheidung zum Steuerstreit gefällt: Vontobel-Chef Zeno Staub.
Hat noch keine Entscheidung zum Steuerstreit gefällt: Vontobel-Chef Zeno Staub.
Keystone

Dass das Leben für die Schweizer Banken aktuell kein Zuckerschlecken ist, weiss man. Dass die Lage für viele Institute derart drastisch ist, wie Zeno Staub sie schildert, überrascht dennoch. Laut dem Chef der Bank Vontobel steuert die Branche auf eine grosse Konsolidierungswelle zu: Ganze hundert Institute dürften in Zukunft verschwinden, schätzt Staub.

Wie er heute Donnerstag gemäss der Nachrichtenagentur Bloomberg an einer Journalistenkonferenz in London sagte, soll die Anzahl Banken in der Schweiz von aktuell 300 auf 200 sinken. Zahlreiche Institute dürften ihre Bankenlizenz zurückgeben, um als reine Vermögensverwalter tätig zu bleiben. Andere dürften laut Staub ihr Geschäft schliessen oder von anderen Banken geschluckt werden.

Noch keine Entscheidung zum Steuerstreit

Zur Branchenkonsolidierung trage auch der Steuerstreit mit den USA bei. «Ich würde erwarten, dass [der Steuerstreit] den Prozess beschleunigt», so Staub. Ende August hatten die Schweizer Behörden sich mit den USA auf ein Programm geeinigt, welches den Banken die Regularisierung ihrer Beziehungen mit dem US-Justizministerium ermöglicht. Banken, die von der Schwarzgeldproblematik betroffen sind, müssen den USA dazu Angaben zum Amerikageschäft machen sowie eine hohe Busse bezahlen.

Finanzhäuser, die glauben, hier kein Problem zu haben, müssen dies gegenüber den US-Behörden belegen. Wenn ihnen dies gelingt, erhalten sie einen Freipass. Zeno Staub zufolge ist noch unklar, welche Option die Bank Vontobel wählen wird. «Ich bin mir noch nicht vollständig im Klaren darüber», so Staub. Im vergangenen Jahr hatte die Bank Vontobel einen rekordhohen Zuwachs an Neugeld vermeldet, besonders das Geschäft in den USA und den aufstrebenden Schwellenländern boomte.

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