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Vontobel zieht so viel Neugeld an wie noch nie

Der Reingewinn der Bank Vontobel ist im letzten Jahr um 15 Prozent gestiegen. Besonders institutionelle Kunden trugen zu einem Zufluss von 8,6 Milliarden Franken an neuen Geldern bei. Die Aktie steigt.

Hat die Erwartungen der Analysten übertroffen: Bank Vontobel, Aussenaufnahme des Gebäudes an der Dreikönigsstrasse in Zürich. (Archivbild)
Hat die Erwartungen der Analysten übertroffen: Bank Vontobel, Aussenaufnahme des Gebäudes an der Dreikönigsstrasse in Zürich. (Archivbild)
Keystone

Die Vermögensverwaltung für institutionelle Kunden hat bei der Bank Vontobel im vergangenen Jahr die Kasse klingeln lassen. Der Reingewinn stieg um 15 Prozent auf 130,6 Millionen Franken. Zudem zog die Bank so viel Neugeld wie noch nie an, was die Kundengelder auf einen neuen Höchststand trieb.

Per saldo trugen die Kunden 8,6 Milliarden Franken an neuen Geldern zu Vontobel nach 8,2 Milliarden Franken im Vorjahr. Zusammen mit Kursgewinnen kletterten die Kundenvermögen in den letzten zwölf Monaten von 131,6 Milliarden auf 149,6 Milliarden Franken. Das sei ein neuer Rekord, teilte Vontobel mit.

Der Zufluss kam vor allem aus der Vermögensverwaltung für professionelle Kunden wie beispielsweise Pensionskassen: Das Asset Management erhielt dank eines starken Fondsgeschäfts netto Neugelder in Höhe von 8,2 Milliarden Franken.

Besonders das Geschäft in den USA und den aufstrebenden Schwellenländern boomte. So konnte das Asset Management den Segmentgewinn mit 75,5 Millionen Franken mehr als verdoppeln, wie Finanzchef Martin Sieg auf der Bilanzmedienkonferenz in Zürich erklärte.

Private Banking unter Druck

Das Asset Management glich die Schwächen im Private Banking und der Investmentbank aus. Die Vermögensverwaltung für reiche Privatkunden konnte wegen des Rückzugs aus Österreich lediglich 0,9 Milliarden Franken an neuen Geldern anlocken nach 1,1 Milliarden im Vorjahr.

Obwohl sich die Stimmung an den Finanzmärkten seit Jahresbeginn 2012 aufgehellt habe, seien die Privatanleger in einer passiven Haltung verharrt, hiess es. Sie sitzen weiterhin auf hohen Bargeldbeständen und handeln kaum. Dies drückte die Erträge.

Der Gewinn der Sparte sank auf 28,8 Millionen Franken. Das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahr. «Wir haben schon in der Vergangenheit gesagt, dass Wachstum und Profitabilität im Private Banking nicht unseren Ambitionen entsprechen», sagte Vontobel-Chef Zeno Staub.

Die Vermögensverwaltung für Reiche leide einerseits wegen des ausländischen Drucks auf den Finanzplatz Schweiz. Andererseits sei Vontobel stärker als die Konkurrenten auf westeuropäische Kunden ausgerichtet, sagte Staub. Das grenzüberschreitende Geschäft mit Kunden aus Deutschland hapert.

Aber das Private Banking sei ein langfristiges Geschäft. Vontobel habe Veränderungen eingeleitet. «Die werden Zeit brauchen», sagte Staub. Man sei auf Kurs.

Erwartungen übertroffen

Auch dem Investmentbanking machten die tieferen Umsätze an den Börsen zu schaffen. Das Spartenergebnis tauchte um 28 Prozent auf 68,6 Millionen Franken. Damit hat sich der Gewinn der Sparte seit 2009 mehr als halbiert.

Dennoch hat Vontobel insgesamt die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich übertroffen. An der leicht höheren Schweizer Börse stieg die Aktie bis gegen 14 Uhr um 3,5 Prozent.

«Wir haben die Effizienz und Profitabilität trotz der sehr tiefen Umsätze an vielen für uns wichtigen Börsen und Handelsplätzen gesteigert», sagte Staub. Die Bank konnte den Betriebsertrag um 1 Prozent steigern, während die Kosten stabil blieben.

Das Kosten-/Ertragsverhältnis verbesserte sich von 80,0 auf 78,8 Prozent. «Damit sind wir aber noch nicht zufrieden», sagte Staub. Bis zum nächsten Jahr wolle Vontobel das Kosten-/Ertragsverhältnis auf unter 75 Prozent drücken. Bis dann will die Bank die Kundenvermögen auf über 175 Milliarden Franken gesteigert haben.

Das Vermögensverwaltungsgeschäft sei sehr gut ins Jahr 2013 gestartet, vor allem das Asset Management und das Geschäft mit externen Vermögensverwaltern, sagte Staub. Erstmals seit mehreren Jahren verspüre man bei den Privatkunden eine «gewisse Belebung».

SDA/rbi

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