Vom Vermögensverwalter zum U-Häftling

Seine Betrügereien kosteten den Chef der Basler Kantonalbank den Kopf: Der Geschäftsführer der ASE Investment AG sitzt seit April in Untersuchungshaft. Und er soll es noch länger bleiben.

Über 500 Personen um Geld gebracht: Geschäftssitz der ASE in Frick. (Archivbild)

Über 500 Personen um Geld gebracht: Geschäftssitz der ASE in Frick. (Archivbild)

(Bild: Keystone)

Der ehemalige Geschäftsführer der ASE Investment AG mit Büro in Frick im Kanton Aargau sitzt seit April in Untersuchungshaft. Dem mutmasslichen Anlagebetrüger wird vorgeworfen, über 500 Personen um viel Geld gebracht zu haben. Die Kunden erhofften Jahresrendite von bis zu 18 Prozent.

Gegen den ehemaligen Geschäftsführer läuft ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und weiterer Vermögensdelikte. Er soll auf Antrag der Aargauer Staatsanwaltschaft für weitere drei Monate in Untersuchungshaft bleiben. Es besteht gemäss Staatsanwaltschaft Verdunkelungs- und Fluchtgefahr.

Entscheid fällt noch diese Woche

Das Zwangsmassnahmengericht werde diese Woche über die beantragte Verlängerung der Untersuchungshaft entscheiden, sagte Elisabeth Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, heute auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Es würden viele Einvernahmen gemacht. Untersuchungen bei Vermögensdelikten seien immer aufwendig. Auch gegen einen zweiten Verantwortlichen der Firma läuft ein Strafverfahren. Er befindet sich jedoch auf freiem Fuss.

Die ASE Investment AG verfügte in Frick über Büroräumlichkeiten. Der Rechtssitz der Aktiengesellschaft ist Engelberg OW. Im Mai ordnete die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) die Liquidation der ASE an. Im Juni eröffneten die Behörden im Kanton Obwalden das Konkursverfahren gegen die Firma.

Kunden mit hohen Renditen angelockt

Der mutmassliche Anlagebetrug flog im Frühling auf. Ende März war die Basler Kantonalbank (BKB) von einem Kunden auf Unstimmigkeiten in einzelnen Kontoauszügen hingewiesen worden. Die BKB reichte im Aargau Strafanzeige gegen die Investmentfirma wegen möglicher Urkundenfälschung ein.

Die ASE habe ihre Kunden «offenbar systematisch in vertragswidriger und vermutlich strafbarer Weise geschädigt», heisst es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht, den die BKB bei einem externen Anwaltsbüro in Auftrag gab.

Die unabhängige Vermögensverwalterin hatte auf ihrer Website «lukrative Anlagemöglichkeiten» versprochen. Sie bot ihren Kunden gemäss BKB-Bericht Devisentransaktionen mit einer Rendite von bis zu 18 Prozent pro Jahr an.

Gemäss verschiedenen Medienberichten könnten die über 500 Geldanleger bis zu 300 Millionen Franken verlieren. Die rund 620 ASE-Kunden mit einem Konto bei der Basler Kantonalbank, erlitten einen Verlust von über 100 Millionen Franken, wie es im BKB-Bericht weiter heisst. Diese Kunden sollen der ASE im Durchschnitt 100'000 bis 200'000 Franken anvertraut haben.

Strafanzeige gegen Basler Kantonalbank hängig

Auf dem Tisch der Aargauer Staatsanwaltschaft liegt auch eine Strafanzeige gegen die BKB. Das Verfahren sei noch nicht eröffnet worden, sagte Strebel. Zuerst würde das Verfahren gegen die Verantwortlichen der ASE Investment vorangetrieben. Weitere Angaben machte die Staatsanwaltschaft nicht.

Auch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) wurde im Fall ASE aktiv. Sie hat der Gesellschaft die Bewilligung entzogen und sie im Mai liquidiert. Die Finma nimmt auch das Verhalten von Banken unter die Lupe, bei denen Gelder von ASE Investment deponiert waren.

mrs/sda

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