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Valora: Das Basislager ist erreicht

Die Kioskbetreiberin hat 2010 einen leicht höheren Umsatz erzielt. Der Erlös des Konzerns ist zwar um 0,7 Prozent auf 2,878 Milliarden Franken gesunken. Der Gewinn aber ist kräftig gewachsen.

Die Zahlen scheinen zu stimmen: Kioskbetreiberin Valora weist 63,6 Millionen Franken Reingewinn aus.
Die Zahlen scheinen zu stimmen: Kioskbetreiberin Valora weist 63,6 Millionen Franken Reingewinn aus.

Trotz eines stagnierenden Umsatzes hat der Kioskkonzern Valora im vergangenen Jahr dank Sparprogramm und florierenden Fussballer-Sammelbildchen einen Gewinnsprung erzielt. Nun will das Unternehmen mit Zukäufen auf einen steilen Wachstumkurs einschwenken. Der Nettoumsatz sei im Jahr 2010 leicht um 0,7 Prozent auf 2,878 Milliarden Franken gesunken, gab der Detailhandelskonzern, der nebst Kiosken auch Automaten betreibt, am Donnerstag bekannt. Zusammen mit den Franchisenehmern sei der Umsatz um 0,3 Prozent gestiegen.

Als Wachstumshemmer habe sich der starke Schweizer Franken erwiesen, erklärte Konzernchef Thomas Vollmoeller an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Dennoch konnte Valora den Betriebsgewinn um fast ein Fünftel auf 81,3 Millionen Fr. steigern. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 63,6 Millionen Franken. Das sind knapp 16 Prozent mehr als im Jahre 2009.

Sparprogramm mit Wirkung

Man habe wesentliche Fortschritte durch Effizienzgewinne und Einsparungen gemacht, sagte Verwaltungsratspräsident Rolando Benedick. Die Kosten seien um knapp 13 Millionen Franken gesunken. Damit habe man in den letzten zwei Jahren bereits 27 Millionen des bis 2012 angestrebten Sparziels von 36 Millionen erreicht.

So sei die Logistik effizienter geworden, indem man die Transportwege vom Zentrallager in Egerkingen zu den Läden und Kiosken besser abgestimmt habe. Auch die Einsatzpläne des Verkaufspersonals seien verbessert worden.

Die «ok»-Marke als Erfolg

Der Ausbau von Kiosken zu Press&Books-Shops (P&B) macht sich bezahlt. Die Kombination von Presse, Buch und Kioskartikeln habe sich bewährt, erklärte Valora. P&B-Shops seien eine Wachstumsperle und weitere sollten in den nächsten Jahren eröffnet werden.

Gut gelaufen sei auch die im Vorjahr eingeführte Billigmarke «ok», die einen Umsatz von 30 Millionen Franken erreichte. Mittlerweile umfasst die Marke 100 Artikel. Das im Dezember eingeführte «ok»- Mobilfunkangebot sei ein Verkaufsschlager an den Kiosken, hiess es. Dank den «ok»-Produkten und weiteren Dienstleistungen habe sich das Kioskgeschäft gut entwickelt.

Zum Wachstum beigetragen habe auch der Ausbau des Avec- Ladennetzes. So hat Valora im vergangenen Jahr einen Vertrag mit der Erdölgesellschaft Tamoil geschlossen, die über mehrere ausländische Firmen letztlich zum Ghadhafi-Clan gehört. Daraus resultierte bereits ein Umbau von 16 Tamoil-Tankstellenshops in Avec-Läden. Insgesamt hat Valora nun 95 Avec-Shops. Das sind 40 mehr als zuvor.

Lohnsumme wird erhöht

Das Pressezuliefergeschäft bekam den andauernden Krebsgang von Zeitungen und Zeitschriften in der Schweiz zu spüren. Dagegen legte die Lieferung von Tabakwaren zu. «Insgesamt war 2010 ein gutes Jahr für Valora», sagte Vollmoeller: «Ich bin zufrieden mit dem Erreichten.» Auch die Angestellten dürften profitieren: Valora erhöhe die Lohnsumme um 1 bis 1,5 Prozent, teilte die Gewerkschaft Syna mit.

Das Basislager sei erreicht, erklärte das Unternehmen; jetzt sei man bereit für den Aufstieg. Im laufenden Jahr solle ein besseres Ergebnis erzielt werden als 2010, auch wenn heuer keine Fussballer-Sammelbildchen verkauft würden. Sorgen bereite das schrumpfende Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft.t einer Reihe von Zukäufen werde Valora bis 2012 den Aussenumsatz von derzeit 3,1 Milliarden auf 3,7 Milliarden Fr. steigern. Gleichzeitig solle der Betriebsgewinn auf 110 Millionen bis 130 Millionen Fr. zulegen. Bis 2015 peile Valora - wie im November angekündigt - einen Umsatz von 4,8 Milliarden Fr. und eine Verdoppelung des Betriebsgewinns gegenüber heute auf 160 Millionen bis 180 Millionen Fr. an.

SDA/pbe

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