Zum Hauptinhalt springen

US-Staatsanwalt wirft Deutscher Bank unzulässige Geschäftspraktiken vor

US-Behörden erheben schwere Vorwürfe gegenüber dem grössten deutschen Kreditinstitut. Josef Ackermanns Bank sei mitverantwortlich für die Milliarden-Schäden der Finanzkrise.

Schwere Vorwürfe: Josef Ackermann, Verwaltungsratspräsident der Deutschen Bank.
Schwere Vorwürfe: Josef Ackermann, Verwaltungsratspräsident der Deutschen Bank.

«Inakzeptables Geschäftsverhalten» wird der Deutschen Bank vom Vorsitzenden der US-Untersuchungskommission zur Aufarbeitung der Finanzkrise, Phil Angelides, vorgeworfen. Eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank habe in grossem Stil «offenbar minderwertige Kredite» verkauft und dafür auch noch staatliche Kreditausfallversicherungen kassiert, sagte er in der ZDF-Sendung «Frontal 21».

«39'000 staatlich abgesicherte Darlehen wurden vergeben. Ein Drittel davon ist bereits ausgefallen», sagte Angelides. Der Schaden für den amerikanischen Steuerzahler betrage derzeit fast 400 Millionen Dollar und könne bis zu einer Milliarde Dollar anwachsen. Die New Yorker Staatsanwaltschaft wirft der Deutschen Bank unzulässige Praktiken bei der Vergabe von Hypothekenkrediten durch eine Tochterfirma vor.

Wall-Street-Riesen im Visier der Behörden

Der Generalstaatsanwalt des US-Staats New York, Eric Schneiderman, will derweil im Rahmen einer gross angelegten Untersuchung zur US-Hypothekenkrise Unterlagen von drei grossen Wall-Street-Banken einfordern. Das sagte eine mit dem Fall vertraute Gewährsperson am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. Schneiderman werde sich mit Vertretern der Bank of America, Morgan Stanley und Goldman Sachs treffen.

Nach Angaben der Gewährsperson wird erwartet, dass es bei den Treffen um Geschäfte im Zusammenhang mit Hypotheken-Wertpapieren während des Booms an der Wall Street geht, der Banken letztendlich Milliarden von Dollar kostete. Womöglich wurden riskante Kredite dadurch vertuscht, dass Hypotheken zu Wertpapier-Paketen geschnürt und Investoren zum Verkauf angeboten wurden. Kritiker an der Wall Street sehen derartige Geschäfte als Hauptauslöser für die US-Hypothekenkrise.

Gebündelte Hypotheken zu niedrigen Zinsen

Über den Fall hatten zuerst die «New York Times » und das «Wall Street Journal» berichtet. Die Gewährsperson erklärte, die Untersuchung sei Teil einer Überprüfung Schneidermans der Faktoren, die 2008 zur Finanzkrise führten. Damals hatten Banken gebündelte Hypotheken zu niedrigen Zinsen verkauft. Als der Zinssatz später in die Höhe schnellte, wurden Kreditnehmer zahlungsunfähig, wodurch der Wert der Hypotheken-Wertpapiere in den Keller rutschte.

dapd/ami

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch