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US-Grossbank zahlt 264,4 Millionen Dollar Strafe

J.P. Morgan Chase muss wegen Korruptionsvorwürfen tief in die Tasche greifen. So entgeht die Bank jedoch allfälligen strafrechtlichen Konsequenzen.

Das Ende der Bestechungsaffäre: Das Hauptquartier von J. P. Morgan Chase an der Park Avenue in New York. (Archivbild)
Das Ende der Bestechungsaffäre: Das Hauptquartier von J. P. Morgan Chase an der Park Avenue in New York. (Archivbild)
Stan Honda, AFP

Die amerikanische Grossbank J.P. Morgan Chase hat zugestimmt, 264,4 Millionen Dollar Strafe in einer Bestechungsaffäre zu zahlen. Dafür sollen Vorwürfe strafrechtlich nicht verfolgt werden, die Bank habe chinesische Beamte bestochen, indem sie deren Freunde und Verwandte eingestellt habe, wie die US-Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission heute mitteilte.

Die stellvertretende US-Justizministerin und Leiterin der Kriminalabteilung des Hauses, Leslie Caldwell, erklärte: «Prestigeträchtige Beschäftigungsmöglichkeiten unqualifizierten Personen zu gewähren, ist schlicht und einfach Korruption.» Das von der Bank «Söhne und Töchter» bezeichnete Programm sei «nichts anderes als ein anderes Wort für Bestechung».

Vereinbarung zur Nicht-Verfolgung

Die Asien-Niederlassung der Bank habe ein System nach dem Motto «Eine Hand wäscht die andere» etabliert, unter dem Kinder und Freunde ranghoher chinesischer Beamter ungeachtet ihrer Qualifikation eingestellt worden seien. Damit hätten sich für J.P. Morgan Chase Türen zu Bankgeschäften in China geöffnet.

Mit der Zahlung der dreistelligen Millionensumme vermeidet die Bank strafrechtliche Korruptionsvorwürfe, wie die SEC erklärte. Sie habe eine sogenannte Vereinbarung zur Nicht-Verfolgung von Vorwürfen erreicht.

Entlassungen und Massnahmen gegen Mitarbeiter

Das Justizministerium erklärte, es habe dem wegen der Kooperationsbereitschaft von J.P. Morgan Chase zugestimmt. Nach einer internen Untersuchung seien sechs Mitarbeiter im Zusammenhang mit dem Programm entlassen und gegen 23 weitere disziplinarische Massnahmen verhängt worden.

Dem Deal zufolge hat J.P. Morgan Chase zugestimmt, dem Justizministerium 72 Millionen Dollar zu zahlen, der Securities and Exchange Commission 130,5 Millionen und 61,9 Millionen an die Notenbank Federal Reserve - insgesamt 264,4 Millionen Dollar.

SDA/sep

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