Zum Hauptinhalt springen

US-Firmen ziehen europäischer Konkurrenz davon

US-Firmen sind wesentlich gewinnträchtiger als europäische. Im Gegenzug generieren Firmen auf dem alten Kontinent mehr Umsatz. Auch Schweizer Firmen mischen diesbezüglich vorne mit.

Wall-Mart hält in den USA den Umsatzrekord: Filiale in Ohio. (Archivbild)
Wall-Mart hält in den USA den Umsatzrekord: Filiale in Ohio. (Archivbild)
Keystone

Europäische Firmen waren im vergangenen Jahr weniger profitabel als US-Konzerne. Zwar haben die 300 grössten Unternehmen Europas laut einer Studie mehr Umsatz erzielt als die US-Konkurrenz, aber weniger Gewinn eingefahren. Auch Schweizer Konzerne mussten Federn lassen.

Der Umsatz der 300 grössten börsenkotierten Unternehmen Europas sei im vergangenen Jahr um 6 Prozent auf 7,5 Bio. Euro gestiegen, teilte die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young heute in einer Studie mit. Dagegen hätten die 300 grössten US-Firmen umgerechnet lediglich 7,2 Bio. Euro ( 5 Prozent) umgesetzt.

Gewinn in Europa geschrumpft

Aber die Amerikaner haben mit 828 Milliarden Euro ( 2 Prozent) deutlich mehr Betriebsgewinn (Ebit) erzielt als die Europäer, deren Ebit um 8 Prozent auf 744 Milliarden Euro schrumpfte. Während Europa unter den Folgen der Schuldenkrise leide, profitierten die US-Konzerne von der besseren Entwicklung der heimischen Wirtschaft und dem Boom beim billigen Schiefergas, hiess es in der Studie.

So konnten in den USA zwei Drittel der Unternehmen ihre Gewinne steigern, während es in Europa lediglich die Hälfte waren. Nicht einbezogen in die Studie wurden Banken, Versicherungen und Investmentgesellschaften.

Die EBIT-Marge der 300 umsatzstärksten europäischen Firmen sank innerhalb eines Jahres von 11,4 auf 9,9 Prozent. US-Unternehmen waren deutlich profitabler mit einer EBIT-Marge von 11,6 Prozent nach 11,9 Prozent im Vorjahr.

Preisdruck auch für Schweizer

Dem allgemeinen Preisdruck konnten sich auch die Schweizer Grosskonzerne nicht entziehen. Die EBIT-Marge der 25 hiesigen Unternehmen unter den Top 300 sank um 0,9 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent. Am meisten Betriebsgewinn der Schweizer Grossunternehmen erzielte im vergangenen Jahr Roche. Der Pharmahersteller hielt sich mit umgerechnet 14,125 Milliarden Euro knapp vor Nestlé (14,012 Milliarden Euro).

Damit belegen die beiden Schweizer Multis die Plätze 7 und 8 in Europa. Am meisten Betriebsgewinn auf dem «Alten Kontinent» fuhr Gazprom (31,1 Milliarden Euro) ein und lag damit vor den Ölkonzernen Royal Dutch Shell (28,6 Milliarden Euro) und Statoil (25,3 Milliarden Euro) aus Norwegen.

Damit sind die Topverdiener Europas deutlich hinter den Spitzenunternehmen aus den USA zurück. Als gewinnträchtigstes US-Unternehmen konnte der Ölkonzern Exxon Mobil mit einem Ebit von umgerechnet 43,6 Milliarden Euro knapp die Spitze vor dem Computer- und iPhonehersteller Apple (41,9 Milliarden Euro) verteidigen.

Glencore auf Platz 8

Etwas anders sieht die Reihenfolge beim Umsatz aus. Hier liegt in Europa Royal Dutch Shell mit 354,3 Milliarden Euro vor BP (284,9 Milliarden Euro) und Volkswagen (192,7 Milliarden Euro). Umsatzstärkstes börsenkotiertes Schweizer Unternehmen ist der Zuger Rohstoffgigant Glencore (115,7 Milliarden Euro). Damit rutschte Glencorein der Rangliste von Platz 6 im Vorjahr auf Platz 8.

In den USA hält die Einzelhandelskette Wal-Mart den Umsatzrekord, gefolgt von den Ölkonzernen Exxon Mobil und Chevron. Apple arbeitete sich von Platz neun auf Platz fünf vor.

Insgesamt sind 25 Schweizer Unternehmen unter den umsatzstärksten Top 300 Europas zu finden. Am weitesten vorne sind nach Glencore Nestlé (Platz 19), Novartis (39) und und Roche (50). Gut drei Viertel der Schweizer Grosskonzerne konnte im vergangenen Jahr ihren Umsatz steigern, aber nur 44 Prozent ihren Betriebsgewinn.

«Die nähere Betrachtung zeigt, dass es selbst in der Konjunkturkrise Europas Gewinner gibt», erläutert Studienautor Markus Schweizer. So konnten 83 Prozent der spanischen Grosskonzerne ihren Umsatz steigern und 77 Prozent der italienischen.

SDA/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch