Zum Hauptinhalt springen

UBS-Kunden: Lieber Geständnis als Gefängnis

Amerikanische UBS-Kunden zeigen sich reihenweise selber an, um einer Strafe wegen Steuerbetrugs zu entgehen. Anders gesagt: Die Zweifel am Schweizer Bankgeheimnis wachsen.

Es wird langsam eng: Dieser Eindruck setzt sich offenbar unter amerikanischen Steuersündern durch – sofern sie Kunden der UBS sind. Der geballte Druck von Bundesstaatsanwaltschaft, Justizministerium und Steuerbehörden gegen die Schweizer Grossbank führt offenbar dazu, dass sich UBS-Kunden reihenweise selber anzeigen wollen. Mehrere amerikanische Medien berichten von Wirtschaftsanwälten in diversen Landesteilen, die dutzende UBS-Kunden betreuen. Deren Idee: Ein Geständnis ablegen bei der Steuerbehörde IRS, Steuern nachzahlen, Strafe vermeiden.

Die Steuerfahnder werfen der UBS vor, rund 17'000 Amerikaner bei der Hinterziehung oder beim Steuerbetrug unterstützt zu haben. Doch so erfolgreich der Schlag gegen die Schweizer Grossbank auf den ersten Blick scheint: Er birgt Probleme. Erstens fehlt der IRS das Personal, um so viele Verdächtige zu verfolgen; zweitens ist die Beweisführung in jedem einzelnen Fall schwierig, aufwändig und keineswegs sicher. Im Jahr 2007, so meldet das «Wallstreet Journal», kamen in den ganzen USA bloss 1280 Strafverfahren gegen Steuersünder in Gang.

Kommt es zum «Big Deal»?

Darum fordern die amerikanischen Behörden jetzt wankelmütige UBS-Kunden zur vorauseilenden Kapitulation auf: «Die Leute sind definitiv besser dran, wenn sie zu uns kommen, bevor wir sie finden», drohte beispielsweise IRS-Chef Douglas Shulman im «Wallstreet Journal». «Die Chancen, dass wir sie entdecken, wachsen von Tag zu Tag». Die Botschaft scheint anzukommen, UBS-Kunden werden zum Boomfaktor bei amerikanischen Steueranwälten. «Es ist wieder und wieder dieselbe Geschichte», erzählt beispielsweise ein Anwalt in Florida dem «Miami Herald»: «Der einzige Unterschied ist die Summe, um die es geht. Aber alle wollen die Sache bereinigen, ohne ins Gefängnis zu müssen.» Der Mann betreut mittlerweile rund 25 UBS-Kunden.

Was ebenfalls bedeutet: Die amerikanischen Kunden kommen zunehmend zum Schluss, dass das berühmte Schweizer Bankgeheimnis nicht dicht ist. Die UBS selber hat ihre amerikanischen Kunden darüber informiert, dass sie künftig nur noch von den USA aus betreut würden; ihre UBS-Konten in der Schweiz (oder anderen Ländern) müssen sie schliessen. Dies stellt die Steuersünder vor eine ungemütliche Wahl: Ein neues Konto bei einer anderen Bank in einem anderen Land? Das schafft gefährliche Spuren. Einen Check? Ebenfalls unsicher. Ein Geständnis bei der IRS?

Somit steigen die Chancen für einen Generalaufwasch. Wie das «Wallstreet Journal» inoffiziell erfahren hat, steuert die IRS einen Massendeal an wie im April 2003: Damals waren durch ein Amnestieangebot rund 1200 Offshore-Steuerflüchtlinge zur Rückkehr bewegt worden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch