Zum Hauptinhalt springen

UBS verliert zu Gunsten der CS

Nach nervösem Handel hat die Schweizer Börse zum Wochenschluss massiv fester geschlossen. Die UBS konnte trotz des Rettungspakets das Vertrauen nicht zurückgewinnen.

Versöhnlicher Wochenschluss: Ein Passant studiert die Aktienkurse an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Versöhnlicher Wochenschluss: Ein Passant studiert die Aktienkurse an der Zürcher Bahnhofstrasse.
Keystone

Die Flucht in sichere Anlagen hat der Börse in der Schweiz kräftig Auftrieb verliehen. Angesichts der anhaltenden Verunsicherung und enttäuschender Konjunkturdaten aus den USA suchten Anlegen vor allem defensive Werte.

Die Kurse der Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche legten um bis zu zwölf Prozent zu. Mit ein Grund für den starken Kursanstieg waren auch der Eurex-Verfall und andere Derivat- bedingte Transaktionen. Der SMI schloss 6,66 Prozent höher bei 6099,62 Punkten. Der breite SPI gewann 5,8 Prozent auf 5031,60 Zähler.

Talsohle erreicht?

Händler hofften, dass der jüngste Fall nun wirklich der Schlussverkauf gewesen sein könnte. Darauf deute auch hin, dass viele Aktien nach zweistelligen Kursverlusten neue Tiefstkurse markiert hätten. Der Nahrungsmittelwert Nestlé stieg 7,3 Prozent und die beiden Pharmatitel Roche und Novartis gewannen je zwölf Prozent. Die Unternehmen gelten als wenig konjunkturabhängig und erfreuten sich angesichts der andauernden Rezessionsängste starker Nachfrage.

Zudem hatten sie während der jüngsten Korrektur kräftig Federn gelassen. Zudem werden diese drei Firmen kommende Woche ihren Zwischenbericht vorlegen. Ebenfalls in die defensive Schublade werden die Titel von Swisscom eingereiht. Sie stiegen um elf Prozent. Swisscom gilt im Markt wegen der hohen Ausschüttungen und wegen der Staatsbeteiligung als konjunkturunabhängiger und stabiler Wert.

Umschichtungen von CS zu UBS

Unterschiedlich entwickelten sich die Aktien der Banken Credit Suisse und UBS. Sie hatten am Vortag Kapitalerhöhungen bekannt gegeben. Während CS um 6,6 Prozent höher gehandelt wurden, gaben die UBS-Aktien 4,9 Prozent nach. Händler sprachen von Umschichtungen aus den Papieren der UBS in die der CS.

Auch der Einstieg des Staats bei UBS habe die Skepsis im Markt nicht ausräumen können. Zudem setzte die Ratingagentur Standard & Poor's die Bonitätsbewertung «AA-/A-1+» von UBS unter Beobachtung für eine mögliche Zurückstufung. Weiter unter Abgaben litten auch die Aktien von Swiss Re. Die US- Versicherung Chubb hatte am Vortag eine Gewinnwarnung abgegeben, die den Sektor belastete.

Erholung von Vortagesverlusten

Aktien wie ABB oder die Chemietitel, die schon am Vortag massiv gelitten hatten, setzten zu einer technischen Gegenbewegung an, sodass ihnen erneut enttäuschende US-Konjunkturdaten kaum zusetzen konnten. ABB, deren Ergebnis kommende Woche veröffentlicht wird, stiegen um 5,4 Prozent.

Dafür standen die Aktien von Georg Fischer unter Druck. In einem Reuters-Interview hatte CEO Yves Serra gesagt, dass es aufgrund der Kreditkrise sehr anspruchsvoll sei, im zweiten Halbjahr die im ersten Halbjahr verzeichnete operative Marge nochmals zu erreichen.

Dies interpretierten Händler als versteckte Gewinnwarnung. Zudem hatte Kepler die Aktie auf «Reduce» von «Buy» und das Kursziel auf 250 von 550 Franken gesenkt.

Europas Börsen im grünen Bereich

Aufwärts zeigten die Zeichen auch auf andern Aktienmärkten. In Frankfurt schloss der Deutsche Aktienindex (DAX) mit 4781,33 Punkten 3,43 Prozent höher als am Vorabend. Noch besser standen der FTSE 100 in London und der CAC 40 in Paris da: Sie schlossen um 5,22 beziehungsweise 4,68 Prozent höher.

Dagegen startete in New York der Dow-Jones-Index ausgewählter Industriewerte schwächer. Der US-Leitindex stürzte im frühen Geschäft um volle 261 Zähler ab und stand am frühen europäischen Abend bei rund 8943 Punkten und damit 0,4 Prozent tiefer als am Vorabend. Gedrückt wurde der Dow Jones durch schlechte Wirtschaftsdaten: Der Bau neuer Wohnhäuser und Wohnungen erreichte saisonbereinigt den tiefsten Stand seit Januar 1991 - und damals hatten die USA in einer Rezession gesteckt.

ap/sda/vin

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch