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UBS: Köpferollen nach Milliardendebakel

Vor einem Monat sind bei der UBS in London die Fehlspekulationen des Traders Kweku Adoboli bekannt geworden. Laut «Handelszeitung» wurden seither zehn Top-Banker suspendiert oder entlassen.

Im Fokus der Medien: UBS-Händler Kweku Adoboli, angeklagt wegen Betrugs und Bilanzfälschung.
Im Fokus der Medien: UBS-Händler Kweku Adoboli, angeklagt wegen Betrugs und Bilanzfälschung.
Keystone

Der Londoner Handelsskandal mit einem Verlust von 2,3 Milliarden Dollar hat bei der UBS weitere personelle Konsequenzen. Nach dem Abgang der beiden Co-Leiter des weltweiten Aktiengeschäfts, Francois Gouws und Yassine Bouhara, mussten inzwischen auch andere Top-Verantwortliche ihren Posten räumen. Wie die «Handelszeitung» berichtet, hat die UBS bisher zehn Leute aus dem Top-Management der Equities-Abteilung eiligst verabschiedet, suspendiert oder entlassen.

Das weitere Köpferollen bei der UBS in London betrifft unter anderem den Chief Operation Officer, den Chef der Abteilung Synthetic Equity, den Leiter des Delta One Trading und den Managing Director für das Cash-Trading-Geschäft der Bank. Suspendiert wurden zudem drei Arbeitskollegen des fehlbaren Händlers Kweku Adoboli am Delta One Trading Desk. In der laufenden internen Untersuchung sind Sanktionen gegen die Betroffenen möglich. Gemäss Angaben einer UBS-Sprecherin können die Sanktionen von einer Verwarnung über Lohnkürzungen bis hin zu einem Verweis reichen. Wie UBS-Interimschef Sergio Ermotti in einem internen Memo schrieb, hätten die Kontrollsysteme zwar unautorisierte oder ungeklärte Aktivitäten angezeigt, doch seien die zuständigen Stellen dem zu wenig nachgegangen.

Oberster Chef der UBS-Investmentbank hält sich im Amt

Trotz Rücktrittsforderungen nach dem Milliardenfiasko in London kann sich Carsten Kengeter, oberster Chef der UBS-Investmentbank, bisher im Amt halten. Gemäss der «Handelszeitung» geniesst Kengeter mit seinem spröden Naturell und seiner No-Bullshit-Attitüde ein hohes Ansehen in Branchenkreisen. Kengeter persönlich soll zudem bei der Glattstellung der Fehlspekulationen in London massgeblich dazu beigetragen haben, die Verlustsumme so tief wie möglich zu halten.

Unabhängig von den Turbulenzen nach dem Handelsskandal von London arbeitet die UBS daran, eine neue Konzernstrategie zu definieren. Dabei geht es vor allem um die künftige Bedeutung des Investmentbanking. Eine Lösung muss die Schweizer Grossbank bis am 17. November 2011 liefern. Dann findet in New York der Investorentag der UBS statt.

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