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Twitter-Aktie: Höhenflug oder Absturz?

In 72 Stunden läuten an der New Yorker Börse die Glocken für Twitter. Die Analysten setzen die Latte schon mal ziemlich hoch.

Ob der Vogel wohl fliegt? Banker von J. P. Morgan, die den Börsengang organisiert.
Ob der Vogel wohl fliegt? Banker von J. P. Morgan, die den Börsengang organisiert.
Reuters

In dieser Woche dreht sich an der Wall Street alles um Twitter. Denn das Unternehmen mit dem zwitschernden Vögelchen als Symbol will an die Börse gehen. Seit Facebook hat kein Marktdebüt soviel Aufmerksamkeit bekommen.

Ständig wurde der Kurznachrichtendienst in den vergangenen Wochen mit dem weltgrössten Online-Netzwerk verglichen. Doch der Twitter-Börsengang könnte wesentlich geräuschloser über die Bühne gehen.

Facebook und seine Banken hatten im Mai 2012 einen sehr hohen Ausgabepreis durchgesetzt. Gleich nach dem Handelsstart stürzte die Aktie ab, hinzu kamen massive technische Probleme an der Technologiebörse Nasdaq. Das Facebook-Papier benötigte mehr als ein Jahr, um sich zu erholen.

Preisspanne angehoben

Die 70 Millionen Twitter-Aktien sollen Investoren nun zu jeweils 23 bis 25 Dollar angeboten werden, wie der Kurznachrichtendienst am Montag mitteilte. Bislang war eine Preisspanne von 17 bis 20 Dollar angepeilt worden.

Twitter käme damit nur auf einen Bruchteil der Technologie-Riesen Google, Apple und eben auch Facebook. Letzterer ist an der Börse derzeit rund 128 Milliarden Dollar wert, Google und Apple noch deutlich mehr.

Viele Broker rechnen damit, dass die Twitter-Aktie am Donnerstag und danach viel Raum für Zugewinne hat. Sie setzten erst in der vergangenen Woche ihre Kursziele für die Aktie hoch - im Schnitt auf 26 Dollar je Anteilsschein, einige wie die Investmentbank SunTrust sogar auf 50 Dollar.

Von Facebook abgrenzen

Twitter hat zuletzt einiges getan, um sich von Facebook abzugrenzen. So wurde wegen der Pannen rund um den Börsengang nicht die Nasdaq, sondern die klassische New Yorker Börse ausgewählt. Und bei der Werbetour vor Investoren präsentierte sich das von Dick Costolo geführte Unternehmen demonstrativ seriös. Während es um den für seine Kapuzenjacken bekannten Facebook-Gründer Mark Zuckerberg einen regelrechten Medienhype und viel Polizeischutz bei der damaligen Roadshow gab, lief es bei Twitter ruhiger ab.

Die Twitter-Manager kamen in schwarzen Anzügen und beantworteten in Ruhe alle Fragen. Konsortialführer des Börsengangs ist die Investmentbank Goldman Sachs.

Trotz der Vergleiche beider Unternehmen reicht Twitter bisher nicht an Facebook heran. Während das Online-Netzwerk vor seinem Sprung aufs Parkett einen Jahresgewinn von einer Milliarde Dollar und einen Umsatz von 3,7 Milliarden Dollar auswies, hing Twitter 2012 bei Erlösen von rund 317 Millionen mit einem Fehlbetrag von fast 80 Millionen in der Verlustzone fest.

SDA

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