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Twitter verkauft seine Aktie für 26 Dollar

Jetzt ist es offiziell: Der Kurznachrichtendienst startet heute an der Börse. Die Bewertung von Twitter liegt bei 14,2 Milliarden Dollar – viel für ein sieben Jahre junges Unternehmen, das Verluste schreibt.

Twitter will heute Aktien im Wert von 2,1 Milliarden Dollar verkaufen: Das Logo des Kurznachrichtendienstes bei der New Yorker Börse. (6. November 2013)
Twitter will heute Aktien im Wert von 2,1 Milliarden Dollar verkaufen: Das Logo des Kurznachrichtendienstes bei der New Yorker Börse. (6. November 2013)
AFP

Twitter wird heute Donnerstag zum ersten Mal an der New Yorker Börse gehandelt. Mit einem Preis je Aktie von 26 Dollar ging der Kurznachrichtendienst noch über die jüngst angehobene Spanne von 23 bis 25 Dollar hinaus.

Das deutet auf eine starke Nachfrage von Investorenseite hin. Allerdings kann der Kurs wie im Falle von Facebooks Börsengang auch schnell fallen.

Twitter gab seine Entscheidung am Vorabend standesgemäss in einem seiner sogenannten Tweets bekannt – den 140 Zeichen langen Kurznachrichten, denen auch Bilder, Videos oder Links angehängt werden können. Schon den Start der Börsenvorbereitungen hatte Twitter vor zwei Monaten als Erstes in einem Tweet verkündet.

Twitter 14,2 Milliarden Dollar wert

Die Einnahmen des Börsengangs belaufen sich auf zunächst 1,8 Milliarden Dollar. Rechnet man die sogenannte Mehrzuteilungsoption hinzu – extra Aktien, die bei entsprechender Nachfrage auf den Markt kommen – sind es 2,1 Milliarden Dollar. Das Geld fliesst dem Unternehmen nach Abzug der Gebühren für die beteiligten Banken zu.

Zusammen mit den Anteilsscheinen, die bei den Alteigentümern verbleiben, liegt die Bewertung von Twitter zum Ausgabepreis bei 14,2 Milliarden Dollar – viel für ein sieben Jahre junges Unternehmen, das Verluste schreibt.

Doch der Dienst gilt als vielleicht wichtigstes Medium für schnelle Nachrichten. Zwischenzeitlich schien sogar eine noch höhere Bewertung denkbar, als US-Medien über einen möglichen Aktienpreis von 27 Dollar berichteten.

Aus dem Facebook-Börsenstart gelernt

Zum Vergleich: Facebook ist rund 120 Milliarden Dollar schwer. Kurz nach dem Börsengang im Mai vergangenen Jahres sah das aber noch ganz anders aus: Technische Pannen zum Handelsstart und die Sorge vor schwachen Werbeeinnahmen auf Smartphones hatten den Kurs zwischenzeitlich um die Hälfte fallen lassen. Mittlerweile liegt er 29 Prozent im Plus.

Twitter hatte aus dem verpatzten Börsenstart von Facebook seine Konsequenzen gezogen: Das Unternehmen wählte die traditionsreiche New York Stock Exchange statt der rein elektronischen Technologiebörse Nasdaq als Handelsplatz. Zudem wies Twitter ausdrücklich darauf hin, dass zuletzt bereits 70 Prozent der Werbeeinnahmen von mobilen Geräten stammten.

500 Millionen Tweets täglich

Twitter hat gut 230 Millionen aktive Nutzer, die täglich etwa 500 Millionen Tweets absetzen. Das Unternehmen macht sein Geld vor allem mit Werbebotschaften im Nachrichtenstrom dieser Nutzer. In den ersten neun Monaten des Jahres hatte sich der Umsatz auf 422 Millionen Dollar verdoppelt.

Gleichzeitig lief aber ein Verlust von 134 Millionen Dollar auf, ebenfalls doppelt so viel wie vor einem Jahr. Grund waren hohe Investitionen etwa in die Technik. Die Hoffnung ist, dass die Werbeanzeigen in der Zukunft deutlich mehr einbringen und damit die Kosten decken und einen Gewinn abwerfen. Facebook ist längst profitabel.

SDA/chk

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