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Trump bringt Schweizer Stromfirmen ins Schwitzen

US-Präsident Donald Trump will den Kohlenmarkt im eigenen Land stärken. Dies könnte den Strompreis in Europa auf Talfahrt schicken.

Gerät der globale Strommarkt durch ihn in Schieflage? Donald Trump vor der Unterzeichnung des Klima-Dekrets in Washington. (28. März 2017)
Gerät der globale Strommarkt durch ihn in Schieflage? Donald Trump vor der Unterzeichnung des Klima-Dekrets in Washington. (28. März 2017)
Pablo Martinez Monsivais/AP, Keystone

Eine ganze Reihe von Klimaschutzmassnahmen des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama sollen aufgehoben werden: Dies ist der Plan von dessen Nachfolger Donald Trump. Schweizer Energieunternehmen befürchten negative Auswirkungen auf den Strompreis.

Im Februar 2016 hat die Megawattstunde Strom an der europäischen Strombörse EEX mit 22 Euro ein Rekordtief erreicht. Danach ging es wieder leicht aufwärts – sehr zur Erleichterung vieler Energieunternehmen wie zum Beispiel Axpo und Alpiq, die wegen dem Preistief Milliardenverluste geschrieben haben.

Auswirkungen auf Europa

Die Freude könnte jedoch nicht lange anhalten. Denn der neue US-Präsident Donald Trump könnte mit seinem Bestreben, neue Arbeitsplätze in den USA zu schaffen, den Strompreis in Europa erneut auf Talfahrt schicken. Konkret geht es um Trumps Plan, die Klimagesetze seines Vorgängers Barack Obama aufzuheben und den Abbau von Kohle und Schiefergas zu fördern. Am Mittwoch hat Trump ein entsprechendes Dekret unterzeichnet.

Setzt er sich damit durch, wird das den globalen Energiemarkt verändern, sagt Andreas Tresch vom Energieberatungsunternehmen Enerprice auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Denn die USA verfügten über das grösste Kohle-Vorkommen. Eine Steigerung des Abbaus hätte darum auch einen grossen Einfluss auf den globalen Kohlenmarkt und deren Preise.

Kohle bestimmt den Strompreis

Sinkende Kohlepreise bedeuten in Europa gemäss Tresch aber unmittelbar auch sinkende Strompreise. Denn zurzeit diktierten auf dem europäischen Kontinent die Kohlekraftwerke die Strompreise, weil sie günstig Bandenergie produzieren können. Schlimmer noch: Die Reduktion des Strompreises aufgrund fallender Kohlepreise, steigert sogar die Rentabilität der Kohlekraftwerke, weil alternative Produktionsarten nicht mehr mithalten können, sagt Tresch.

Nur ein Anstieg der Preise für CO2-Zertifikate oder staatliche Eingriffe könnte die Kohlekraftwerken dann noch bremsen. Wenn sich der Zertifikatspreis verdoppeln würde, wäre Gas wieder im Vorteil. Zurzeit kostet die Erlaubnis eine Tonne CO2 auszustossen rund 4,65 Euro. 2011 musste dafür noch 17 Euro hingeblättert werden.

SDA/chi

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