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Traditionsfirma Pfaff am Ende

Der traditionsreiche deutsche Nähmaschinenhersteller steht trotz jahrelanger Sanierung vor dem Aus.

Firmendschef Josef Kleebinder versucht nun mit einem Restrukturierungskonzept, die 1862 gegründete Firma aus Kaiserslautern zu retten. Bis kommende Woche Dienstag haben Gesellschafter und Risikofinanzierer Zeit, über das Konzept zu entscheiden. Am 11. September läuft die Frist ab, bis zu der die Unternehmensleitung sonst Insolvenz anmelden müsse, so Kleebinder.

Das Sanierungskonzept sieht dem Firmenchef zufolge den Abbau von 100 bis 180 Mitarbeitern (je nach Investor) in Kaiserslautern vor. Dort beschäftigt Pfaff heute noch rund 400 Mitarbeitende. Mit einem weiteren Werk in China belaufe sich die Zahl der Beschäftigten auf rund 900. Ausserdem müssen die Finanzpartner auf bis zu 90 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Um Lieferanten geht es bei den Forderungsverzichten aber nicht.

«Grausamkeit der Zahlen»

«Pfaff hat über 40 Millionen Euro Schulden. Maximal 20 Millionen kann das Unternehmen tragen», erläutert Kleebinder weiter. Der Chef, der seit Januar das Umzugs- und Produktionskonzept für ein neues Pfaff-Werk in Kaiserslautern betreut und im Mai den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernahm, informierte am Donnerstagmorgen die Mitarbeiter des Werkes über die «Grausamkeit der Zahlen».

«Vor vielen Jahren waren hier bei Pfaff einmal 6000 Mitarbeitende, jetzt sind es noch 400», erinnerte Kleebinder an die Geschichte des Unternehmens, das heute neben Industrienähmaschinen auch Schweissmaschinen herstellt. Die Belegschaft habe seit Jahren eine «endlose Sanierung» von Pfaff erleben müssen. Sollte die Sanierung nicht gelingen und Insolvenz angemeldet werden müssen, könnte dem auch das Werk in China zum Opfer fallen, sagte er.

Radikale Produktbereinigung

In einer ergänzenden Pressemitteilung von Pfaff heisst es, neben dem Sanierungskonzept müsse «das operative Geschäft nach vielen Jahren mit hohen Verlusten wieder profitabel werden, was nur durch eine radikale Produktbereinigung, Forcieren von neuen Produktreihen sowie des Geschäftsbereiches Schweissmaschinen und eine erhebliche Reduktion der Fertigungstiefe» möglich sei. Die alten Strukturen seien nicht mehr aufrecht zu halten.

«Die Zugeständnisse sind für alle Beteiligten bitter und der Plan wird nur dann funktionieren, wenn alle Parteien zustimmen.» Im Falle einer Insolvenz aber würden alle Beteiligten weit mehr verlieren, denn dies würde voraussichtlich das Aus für das gesamte Unternehmen bedeuten.

AP/se

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