Zum Hauptinhalt springen

Tierschützer fordern Stallfotos auf Fleischverpackungen

Das Label «Besonders tierfreundliche Stallhaltung» sei irreführend, sagt der Verein Tier im Fokus. Als Beweis dienen ihm Videos aus Hühnerfarmen.

So sollten Fleischverpackungen nach dem Willen des Vereins Tier im Fokus (TIF) aussehen: Poulet, ...
So sollten Fleischverpackungen nach dem Willen des Vereins Tier im Fokus (TIF) aussehen: Poulet, ...
Tier im Fokus
... Bauernschinken ...
... Bauernschinken ...
Tier im Fokus
Doch laut TIF herrschen im Betrieb, in dem bis zu 18'000 Hühner leben, wenig tierfreundliche Bedingungen – Überreste eines toten Huhns.
Doch laut TIF herrschen im Betrieb, in dem bis zu 18'000 Hühner leben, wenig tierfreundliche Bedingungen – Überreste eines toten Huhns.
Tier im Fokus
1 / 5

Der Verein Tier im Fokus (TIF) hat erneut verdeckte Aufnahmen aus Schweizer Hühnerfarmen ins Internet gestellt. Die Bilder stammen aus einem Bell-Betrieb im Kanton Freiburg und zeigen, wie in einem Stall Tausende Hühner auf engem Raum gehalten werden. «Man sieht verletzte und zusammengebrochene Tiere, die von ihren Artgenossen zertreten werden», sagt TIF-Präsident Tobias Sennhauser. Schon vor gut einem Monat hatte der Verein Bilder von einer Hühnerzucht im Berner Seeland veröffentlicht. Im Mist lagen die Überreste zahlreicher toter Tiere.

Besonders stossend ist nach Ansicht der Aktivisten, die eine vegane Lebensweise propagieren, dass die beiden Höfe am Tierwohlprogramm BTS des Bundes teilnehmen. BTS steht für eine «besonders tierfreundliche Stallhaltung». Vorgeschrieben und mit Subventionen belohnt werden Tageslicht, ein Aussenklimabereich (Wintergarten) und erhöhte Sitzgelegenheiten. Für Sennhauser werden die Konsumenten mit der Bezeichnung in die Irre geführt: «Ich sehe nichts, was an der Haltung besonders tierfreundlich wäre.» Die Organisation lanciert nun eine Petition. Diese verlangt, dass wahrheitsgetreue Fotos der Haltungsbedingungen auf den Verpackungen von Fleisch und Fleischerzeugnissen abgedruckt werden.

Andreas Gloor von Aviforum, dem Kompetenzzentrum der schweizerischen Geflügelwirtschaft, lässt die Kritik der Irreführung nicht gelten. «Bei BTS handelt es sich um ein klar definiertes Tierwohl-Förderprogramm, das über den gesetzlichen Mindeststandard hinausgeht.» Es sei richtig, diese «zusätzlichen Investitionen für den Auslauf im Wintergarten und die zusätzlichen Stallstrukturen lobend hervorzuheben». So könne man sich vom Poulet aus ausländischer Produktion abheben, wo die Tiere weniger Platz und meist keinen Auslauf hätten.

(Artikel von «20 Minuten», bearbeitet von TA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch