Zum Hauptinhalt springen

Swiss-Life-Chef gibt sich in Sachen USA «verhältnismässig entspannt»

Die Verantwortlichen der Swiss Life machen auf Normalität. Das Geschäft mit wohlhabenden US-Personen sei weitgehend steuerkonform.

Die Versicherungs Swiss Life besitzt das grösste private Immobilienportfolio der Schweiz.
Die Versicherungs Swiss Life besitzt das grösste private Immobilienportfolio der Schweiz.
Arnd Wiegmann, Reuters

Anfang Woche sickerte durch, dass sich die Justiz- und Steuerbehörden der USA nun auch für Versicherer zu interessieren beginnen. Denn auch diese bieten Produkte an, die sich zum Tarnen unversteuerter Vermögenswerte eignen (TA vom Dienstag). Im Vordergrund stehen die Private Placement Life Insurances (PPLI) oder Insurance Wappers – steuerbegünstigte Lebensversicherungen für Gutbetuchte.

Unter den Schweizer Gesellschaften ist es vor allem Swiss Life, die diese Produkte anbietet – an den Standorten Liechtenstein, Luxemburg und Singapur. Dieses Geschäft sei strategisch nie auf die Anziehung von unversteuerten Geldern angelegt gewesen, sagte Swiss-Life-Chef Bruno Pfister anlässlich der Jahresmedienkonferenz von gestern. Am Standort Liechtenstein verlange man seit 2009 von allen US-Kunden die Bestätigung, dass ihre Gelder versteuert seien. Seit 2012 gehe man mit US-Kunden keine Verträge mehr ein. Auch habe die Swiss Life nach Beginn des Steuerstreits mit den USA keine Kunden von Banken übernommen.

Ruhe vor dem Sturm?

Pfisters Fazit: «Das Gros dieses Geschäfts ist steuerkonform.» Er könne aber nicht ausschliessen, dass einzelne Kunden unversteuerte Gelder in diese Versicherungsprodukte eingebracht hätten und irgendwann doch noch eine entsprechende Anfrage aus den USA kommen könnte. Bis jetzt sei die Swiss Life von den US-Behörden nicht kontaktiert worden. «Ich bin verhältnismässig entspannt», sagte Pfister.

Allerdings: Pfister tritt Mitte Jahr als Konzernchef ab. Falls sich der Steuerstreit mit den USA auf die Versicherungsbranche und insbesondere auf die Swiss Life ausweiten sollte, müsste nicht er die Folgen ausbaden, sondern sein Nachfolger Patrick Frost. Auf seine Befindlichkeit hin angesprochen, zögert Frost zunächst mit der Antwort, um sich dann der Einschätzung Pfisters anzuschliessen. Auch er sei entspannt. Jede andere Antwort in dieser Situation hätte doch eher überrascht.

Swiss Life nahm 2013 in der Versicherungssparte International, zu dem das PPLI-Geschäft gehört, 2,6 Milliarden Franken Prämien ein. Rund ein Drittel davon stammt aus dem US-Geschäft.

Wenn es nicht allfällige US-Kunden sind, die zu Pfisters Entspannung beitragen, dann sind es gewiss die Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres. Die Gesellschaft vermochte Prämieneinnahmen, Margen und Gewinn zu steigern – das bei gleichzeitig um 1 Prozent gedrückten Kosten. «Es gab schon schwierigere Momente für den Konzernchef der Swiss Life, vor die Presse zu treten», kommentierte Pfister. Die Aktionäre sollen vom guten Geschäftsverlauf profitieren. Der Verwaltungsrat schlägt eine Erhöhung der Dividende von 4.50 auf 5.50 Franken pro Aktie vor.

Immobilien als Anlageperle

Swiss Life weist eine Nettoanlagerendite von 3,9 Prozent aus (Vorjahr 4,8 Prozent). Die Gesellschaft ist im Vergleich zu Konkurrenten mit nur 3 Prozent am gesamten Anlageportfolio unterdurchschnittlich in Aktien investiert. Dagegen machen die Anlagen in Immobilien mit 15 Prozent einen relativ hohen Anteil aus. Der grösste Teil dieser Immobilien – 83 Prozent – befindet sich in der Schweiz. Swiss Life besitzt das grösste private Immobilienportfolio des Landes.

Das trägt der Versicherung zunehmend Kritik ein. Sie wird der Preistreiberei im Immobiliensektor bezichtigt. Anlagechef Patrick Frost verteidigt sich: «Wir sind unseren Versicherten gegenüber verpflichtet, Immobilien zu Marktpreisen zu vermieten.» Man werde an dieser Politik nichts ändern. Swiss Life wird gemäss Frost weiterhin pro Jahr 1 Milliarde Franken in Immobilien investieren.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch