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Swatch-Aktie nach Gewinnwarnung eingebrochen

Der Uhrenhersteller Swatch rechnet im ersten Halbjahr mit einem Gewinnrückgang um 50 bis 60 Prozent. Die Aktie taucht zum Börsenstart über zehn Prozent.

Schwierige Zeiten für Swatch-CEO Nick Hayek: Sein Unternehmen hat im letzten Halbjahr deutlich weniger Uhren verkauft. (Archivbild)
Schwierige Zeiten für Swatch-CEO Nick Hayek: Sein Unternehmen hat im letzten Halbjahr deutlich weniger Uhren verkauft. (Archivbild)
Jean-Christophe Bott, Keystone

Nach der Gewinnwarnung sind die Swatch-Aktien am Freitag zum Handelsbeginn an der Schweizer Börse eingebrochen. Die Titel stürzten zur Eröffnung um 11 Prozent auf 258,00 Fr. ab. Danach rutschte der Kurs zeitweise weiter in die Tiefe bis auf 249,80 Franken. Mittlerweile hat sich die Aktie bis gegen 9.30 Uhr wieder auf 259,10 Fr. erholt. Das ist ein Minus von 10,5 Prozent. Im Strudel von Swatch gerieten auch die Namenaktien des Genfer Luxusgüterkonzerns Richemont unter Verkaufsdruck. Sie tauchten um 3,3 Prozent.

Swatch hatte am Freitagmorgen die Anleger mit einer Gewinnwarnung aufgeschreckt. Der grösste Uhrenkonzern der Welt rechnet mit einem Rückgang des Betriebs- und Konzerngewinns von 50 bis 60 Prozent im ersten Halbjahr.

Weniger Uhren verkauft

Dies liegt zum einen daran, dass Swatch weniger Uhren verkauft hat, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. In Märkten wie Hongkong, Frankreich und der Schweiz seien die Verkäufe zurückgegangen. Dadurch dürfte der Umsatz im ersten Semester um rund 12 Prozent sinken.

Dass der Gewinn deutlich stärker einbrechen dürfte, liege aber nicht nur an den geringeren Verkäufen. Ein Grund sei auch, dass man die Mitarbeiter trotz zahlreicher annullierter Bestellungen weiter beschäftige. Gemäss der Tradition und Philosophie von Swatch betrachte man die Mitarbeiter nicht als blossen Kostenfaktor, heisst es in der Mitteilung. Damit will der Konzern das Know-how an Bord halten.

Swatch-Chef Nick Hayek sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er erwarte eine Verbesserung im zweiten Halbjahr. Grund seien eine bessere Entwicklung in China und Chancen durch die Olympische Spiele in Rio de Janeiro. Weiterhin trübe sehe die Lage in unserem westlichen Nachbarland aus. Frankreich sehe schwierig aus und werde wahrscheinlich auch schwierig bleiben.

Enttäuschung bei Analysten

Erste Reaktionen aus der Analystengemeinde sind von Enttäuschung geprägt. Die Swatch Group habe deutlich schlechter abgeschnitten, als das die Schweizer Uhrenexporte hätten erwarten lassen, schrieb der Experte der Bank Vontobel laut der Nachrichtenagentur AWP.

Er bezeichnete aber vor allem die Margenentwicklung als ein «Desaster». Noch rät er allerdings dazu, die Veröffentlichung des detaillierten Halbjahresabschlusses vom kommenden Donnerstag abzuwarten, um nicht voreilige Schlüsse zu ziehen. Kritik übte der Analyst an der Kommunikationspolitik des Unternehmens: Seines Erachtens werfe das heutige Vorgehen viele Fragen auf.

Auch die Analystin von der UBS zeigte sich sichtlich enttäuscht. Sie stiess sich ebenfalls an der Margenschwäche und führte diese auf einen hohen Investitionsbedarf in neue Produkte und ins Marketing zurück. Swatch will den Halbjahresbericht am kommenden Donnerstag veröffentlichen.

SDA/mch

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