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Sulzers Auftragsbücher sind so voll wie noch nie

Der Schweizer Industriekonzern kann dank einer Übernahme einen Rekordumsatz melden. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 20 Prozent. Die Rentabilität sank allerdings.

Trotz Finanzkrise erwartet Sulzer weiteres Wachstum: Mitarbeiter des Konzerns in Deutschland.
Trotz Finanzkrise erwartet Sulzer weiteres Wachstum: Mitarbeiter des Konzerns in Deutschland.
Sulzer

Der Industriekonzern Sulzer hat im ersten Halbjahr einen Rekordumsatz erzielt. Der Reingewinn stieg um 5,4 Prozent auf 131,5 Millionen Franken, war aber in früheren Semestern schon höher gewesen. Der neue Konzernchef Klaus Stahlmann bekennt sich zum Standort Schweiz.

Sulzer müsse zwar als globales Unternehmen dort präsent sein, wo die Kunden sind und daher lokal produzieren, sagte Stahlmann am Freitag vor den Medien in Zürich. Die Schweiz bleibe aber ein wichtiger Standort, insbesondere für Forschung & Entwicklung des auf Pumpen, Oberflächentechnik und Industrieprozesse spezialisierten Konzerns.

Zuletzt habe Sulzer die Zahl der Beschäftigten in der Schweiz um 40 auf rund 1400 erhöht, sagte Stahlmann. Davon arbeiten rund 700 am Stammsitz in Winterthur. Weltweit sind es 17'382 Angestellte. Ein Personalaufbau finde eher in den Wachstumsmärkten statt, räumte Stahlmann ein. Dass Sulzer lokal produziere und verkaufe, sichere gegen Wechselkurseffekte ab.

«Hervorragend aufgestellt»

Sulzer sei hervorragend aufgestellt, dies zeigten auch die stark gestiegenen Halbjahreszahlen: Der Umsatz kletterte um 20,1 Prozent auf 1,923 Milliarden Franken. Dazu trug die Übernahme des schwedischen Wasserpumpen-Herstellers Cardo vor einem Jahr bei.

Ohne Übernahmen, Devestitionen und Währungseffekte wäre der Umsatz um 9,2 Prozent gestiegen. Der Bestellungseingang hätte so nur um 0,9 Prozent zugenommen, effektiv stieg er aber um 11 Prozent auf 2,025 Milliarden Franken.

Leichte Margeneinbusse

Die Rendite sank hingegen leicht, die Betriebsgewinn-Marge (EBIT- Marge) ging von 11,1 auf 10,1 Prozent zurück. Stahlmann verwies nicht auf die Euro-Krise, sondern auf Übernahmeeffekte und eine Verlagerung vom Service- zum Neugeschäft. Die Profitabilität bezeichnete er aber als sehr komfortabel.

Verbessern lasse sich das Cash-Management oder der divisionsübergreifende Einkauf. Stahlmann will gemäss seiner Vision die technologische Führungspositionen stärken und von Kundenbedürfnissen steuern lassen. Zudem solle Sulzer die globale Präsenz nutzen, um das Servicenetz zu stärken. Ton Büchners Nachfolger plant auch Übernahmen, ohne Namen zu nennen.

Weniger von Konjunktur abhängig

Mit dem Servicegeschäft, das im ersten Halbjahr 41 Prozent zum Umsatz beitrug, sollen konjunkturelle Nachfrageschwankungen ausgeglichen und die Kundenbindung erhöht werden können. Weiteres Wachstumspotenzial sieht Stahlmann insbesondere bei Wasserpumpen und bei Biokunststoffen. Die mittelfristigen Ziele bis 2015 bestätigte Stahlmann. Demnach soll der Umsatz jährlich um 6 bis 8 Prozent steigen und sich die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) auf 11 bis 13 Prozent verbessern.

Fürs laufende Jahr rechnet Sulzer trotz der konjunkturellen Unsicherheiten mit einem Bestellungs- und Umsatzwachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Die Sulzer-Aktie reagierte nicht gerade euphorisch, stand aber nach Handelsschluss 2,65 Prozent im Plus.

Mit Grossaktionär Viktor Vekselberg habe er sich vor seinem Amtsantritt im Februar einmal kurz getroffen, sagte Stahlmann. Die Strategie werde aber nicht mit Einzelpersonen diskutiert, sondern im Verwaltungsrat. Bei seinem vormaligen Arbeitgeber MAN war Stahlmann über eine Bestechungsaffäre gestolpert. Das Verfahren wurde nach einer Zahlung von 275'000 Euro eingestellt.

SDA/mw

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