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Straumann übernimmt Neodent früher als geplant

Der Basler Zahnimplantate-Hersteller bezahlt für die restlichen 51 Prozent des brasilianischen Unternehmens weniger als für die ersten 49 Prozent.

Die Börse freut sich über den Deal: Das Logo des Herstellers von Dentalimplantaten Straumann am Jacob-Burckhardt-Haus in Basel. (30. April 2013)
Die Börse freut sich über den Deal: Das Logo des Herstellers von Dentalimplantaten Straumann am Jacob-Burckhardt-Haus in Basel. (30. April 2013)
Keystone

Straumann baut sein Geschäft mit günstigen Dentalimplantaten weiter aus: Früher als geplant übernimmt Straumann den brasilianischen Marktführer Neodent vollständig.

Eingestiegen war Straumann bei Neodent 2012. Damals mussten die Basler für eine 49-Prozent-Beteiligung rund 260 Millionen Fr. zahlen. Die restlichen 51 Prozent kosten nun noch 210 Millionen Fr. in bar, wie Straumann am Dienstag mitteilte. Ein Straumann-Sprecher führte den günstigeren Preis für die zweite Tranche vorab auf Währungseffekte zurück.

Synergien für beide Unternehmern

Eigentlich war die vollständige Übernahme von Neodent erst für 2018 vorgesehen. Neuverhandlungen der Option hätten nun die Vollübernahme früher als geplant ermöglicht, heisst es im Communiqué. Straumann verspricht sich vom Deal erhebliche Synergien für beide Unternehmen.

So soll die Straumann-Länderorganisation von Brasilien in den Neodent-Hauptsitz in Curitiba integriert werden. Neuer Neodent-CEO wird Matthias Schupp, der bei Straumann auch für Lateinamerika zuständig bleibt. Neodent-Mitbegründer Geninho Thomé, der das Unternehmen bisher auch operativ führte, bleibt Präsident des Verwaltungsrats und wird neu Scientific President.

Straumann bezeichnet Neodent in der Mitteilung als höchst erfolgreiches und hochprofitables Unternehmen. Die Vollübernahme soll sich ab 2016 positiv auf die EBIT-Marge von Straumann auswirken.

Marktführer in Brasilien

Neodent ist Marktführer in Brasilien, dem volumenmässig weltweit zweitgrössten Markt für künstlichen Zahnersatz. 2014 erzielte das 1993 gegründete Unternehmen mit 970 Mitarbeitenden einen Umsatz von 258 Brasilianischen Real (aktuell rund 80 Millionen Franken).

Dagegen brachte es Weltmarktführer Straumann letztes Jahr mit nahezu 2400 Angestellten auf 710 Millionen Fr. Umsatz und einen Konzerngewinn von 157,8 Millionen Franken.

Internationalisierung vorantreiben

Mit dem Einstieg bei Neodent hatte Straumann vor drei Jahren einen Strategiewechsel vollzogen und die Fokussierung ausschliesslich auf das hochpreisige Premium-Segment aufgegeben. Über seine neue Value-Plattform Instradent für preisgünstigeren Zahnersatz diverser Marken will Straumann nun die Internationalisierung von Neodent vorantreiben.

Mittlerweile ist Neodent auch in Spanien, Portugal und Italien sowie namentlich auch in den USA eingeführt, dem weltweit wichtigsten Markt. Weitere Märkte sollen folgen. Straumann-Konzernchef Marco Gadola rechnet für 2015 mit rund einer Million verkaufter Neodent-Produkte.

Diese sind markant günstiger: Auf vergleichbarer Basis kostet ein Neodent-Implantat im Schnitt bis zu 50 Prozent weniger als ein solches von Straumann, wie es auf Anfrage hiess. Analysten begrüssten die schnellere Vollübernahme. Neodent sei der Schlüssel, um mit dem Label Instradent weitere Marktanteile zu gewinnen. Die Straumann-Aktie schloss am Dienstag um 2,3 Prozent im Plus.

SDA

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