Billige Apple-Notebooks als Antwort auf die Krise

Ein Plastik-Notebook für 999 Dollar und ein gestyltes, in Alu gehülltes Modell für 300 Dollar mehr: Damit will Apple der Krise trotzen.

Andreas Flütsch@tagesanzeiger

Um Schüler und Studenten bei der Stange zu halten, deren Eltern wegen der Finanzkrise noch mehr sparen müssen, liess Steve Jobs an der Präsentation der neuen Apple-Produkte werbewirksam den Preishammer runtersausen: Apples günstigstes Notebook kostet noch 999 Dollar, 100 Dollar weniger als zuvor. Dessen Schweizer Preis, 1299 Franken, ist aber deutlich weniger attraktiv.

Die meisten Schweizer Apple-Fans interessieren sich aber ohnehin weit mehr für die neuen MacBooks. Das 13-Zoll-Einsteiger-Modell kostet 1699 Franken, nur 400 Franken mehr als das Plastik-Billigteil. Für einmal muss man Steve Jobs Recht geben: Die neuen MacBooks verbinden Style und Hightech – für verhältnismässig wenig Geld, gemessen an Technikfülle und hohem Spassfaktor.

Technische Leckerbissen

Hightech fängt beim Gehäuse an. Dieses wird aus einem soliden, 2,5 Pfund schweren Alublock gefräst, inklusive aller Öffnungen für Trackpad und Tastatur. So ist das Gehäuse nicht nur leicht, sondern auch extrem verbindungssteif.

Apple brachte Nvidia dazu, einen für Desktops entwickelten Hochleistungs-Grafikchip so mit Intels Prozessor zu integrieren, dass beide ins MacBook passen. Resultat: Bis zu 5-mal mehr Tempo bei Grafikanwendungen, was sich vorab bei Spielen und DVDs vorteilhaft auswirkt. Angeblich ohne Einbussen bei der Batterielaufzeit.

Das neue Trackpad aus Glas («für seidenweiche Gesten») ist 40 Prozent grösser – und ist gleichzeitig auch die Taste: zum Klicken einfach irgendwo drücken.

Der Bildschirm hat als Innovation eine Hintergrundbeleuchtung mit Leuchtdioden, was Strom spart.

Die Börse war über Jobs bis 3600 Franken teure Edel-Notebooks nicht erbaut. Der Kurs, der jüngst über 20 Prozent gestiegen war, ging auf Talfahrt. Denn Analysten hatten von Apple eine Antwort auf die sogenannten Netbooks erwartet, eine neue Gattung kleiner, leichter Notebooks (weniger als 1 Kilo), wie gemacht für die mobile Internetnutzung, und dies zu Tiefpreisen um die 500 Franken.

Analysten waren davon ausgegangen, dass Apple wenigstens ein Einsteigermodell für 800 Dollar präsentieren kann. Doch Apples Antwort auf die Bedrohung, die aus einer Mischung aus iPhone und MacBook bestehen dürfte, lässt weiter auf sich warten.

Jobs gab sich bei der Präsentation wie gewohnt unbeeindruckt von der Kritik. Er strich heraus, dass Apple in den USA bei den Notebooks Dell überholt habe und auf Platz vier vorgerückt sei. Fast jeder fünfte Rechner sei ein Mac, und jeder dritte Umsatzdollar fliesse Apple zu – ein Hinweis auf Apples hohe Wertschöpfung.

Tages-Anzeiger

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