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Steuerstreit dürfte Julius Bär über 300 Millionen Dollar kosten

Die Bank Julius Bär bildet eine vorläufige Rückstellung über 350 Millionen Dollar für den angestrebten Vergleich im US-Steuerstreit.

Die Bank Julius Bär rechnet mit einer Busse von rund 300 Mio. Dollar im US-Steuerstreit: Das Logo der Bank Julius Bär.
Die Bank Julius Bär rechnet mit einer Busse von rund 300 Mio. Dollar im US-Steuerstreit: Das Logo der Bank Julius Bär.
Steffen Schmidt, Keystone

Die Bank Julius Bär steuert auf eine Einigung im Steuerstreit mit der US-Justiz zu. Es zeichnet sich eine Busse in der Höhe von rund 300 Millionen US-Dollar ab. Die Vergleichsverhandlungen mit dem US-Justizdepartement seien nun so weit gediehen, dass Julius Bär eine vorläufige Einschätzung eines wahrscheinlichen und ungefähren Betrags vornehmen könne, der für den Abschluss eines Vergleichs erforderlich sei, schrieb die Bank in einer Mitteilung am Dienstag. Julius Bär veröffentlicht am 20. Juli seine Halbjahreszahlen. Gemäss Mitteilung wird die Rückstellung das Ergebnis belasten.

Gleichzeitig relativierte Julius Bär, dass sich die definitive Höhe der Busse noch ändern könne. Obwohl kein fester Zeitplan für einen abschliessenden Vergleich bestehe, werde Julius Bär weiter darauf hinarbeiten, diese bedauerliche Altlast möglichst bald zu bereinigen, hiess es weiter.

Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ergänzte ein Sprecher von Julius Bär, die US-Behörden hätten für einen Vergleich im Steuerstreit kein Schuldeingeständnis gefordert. Zur Zeit ist noch nicht bekannt, wie hoch die US-Vermögen bei Julius Bär waren, die vor dem US-Fiskus versteckt worden waren. Diese Zahl gibt das DOJ erst bei der definitiven Einigung bekannt. Grundsätzlich sind Strafzahlungen von bis zur Hälfte der versteckten Gelder vorgesehen.

ZKB und zehn weitere Banken noch in Verhandlung

Das US-Justizministerium hatte seit Jahren gegen Schweizer Banken ermittelt und zur Beilegung des Steuerstreits 2013 ein Selbstanzeigeprogramm angeboten. Weil die US-Behörden damals aber schon ein Verfahren gegen Julius Bär wegen mutmasslichen Steuerdelikten eingeleitet hatten, landete die Bank automatisch in Kategorie 1.

In dieser Kategorie waren auch die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie die Bank Leumi, die sich alle mit hohen Bussgeldzahlungen freikauften. Noch nicht abgeschlossen sind die Vergleichsverhandlungen neben Julius Bär bei der Zürcher Kantonalbank und rund zehn weitere Banken.

SDA/ofi

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