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Stellenabbau bei Alstom: Regierungsrat fordert Kurzarbeit

Der Aargauer Regierungsrat sucht das Gespräch mit Alstom Schweiz. Der Stellenabbau soll auf ein Minimum reduziert werden. Bereits 2004 gelang ein solches Unterfangen.

«Ein schwerer Schlag für den Kanton»: Das Werk des Technologiekonzerns Alstom in Birr im Kanton Aargau.
«Ein schwerer Schlag für den Kanton»: Das Werk des Technologiekonzerns Alstom in Birr im Kanton Aargau.
Keystone

Die Aargauer Regierung will den drohenden Abbau von bis zu 750 Stellen in den Alstom-Werken in Birr und Baden möglichst durch Kurzarbeit abfedern. Der Abbau wäre ein «schwerer Schlag» für den Industriestandort Aargau, wie der Regierungsrat am Dienstag mitteilte. Der Aargauer Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann werde sich möglichst bald mit der obersten Leitung von Alstom Schweiz treffen. Er war am Montag über den Stellenabbau informiert worden. Bei den Gesprächen soll die Einführung von Kurzarbeit geprüft werden.

Der Regierungsrat erwarte, dass Alstom zusammen mit den Gewerkschaften und dem Kanton alle Möglichkeiten ausschöpfe, um den Stellenabbau auf ein Minimum zu verkleinern, heisst es in der Mitteilung. Bereits im Jahr 2004 konnte ein von der Alstom angekündigter Stellenabbau von hunderten von Mitarbeitern abgewendet werden, weil sich die Auftragslage verbessert hatte.

Der Kanton sei bereit, Hilfe zu leisten, sagte Hans Peter Fricker, Generalsekretär des Departements Volkswirtschaft und Inneres des Kantons Aargau, auf Anfrage. Auch sei für derartige Fälle ein mobiles Regionales Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) verfügbar, das als Jobcenter vor Ort eingesetzt werden könnte.

Gewerkschaft: «Mitarbeiter schlecht informiert»

Die Mitarbeiter wurden am Dienstagnachmittag von der Alstom Schweiz über den Stellenabbau informiert. Weiterhin sei aber unklar, wo und wie viele Stellen abgebaut würden, hielt die Arbeitnehmerorganisation Angestellte Schweiz fest.

«Die Mitarbeiter sind schlecht informiert worden», sagte Stefan Studer, Geschäftsführer von Angestellte Schweiz, auf Anfrage. Niemand wisse, was die Hiobsbotschaft für den einzelnen Betroffenen bedeute. Zudem wollten die Leute wissen, warum die Schweiz im Vergleich zu anderen Ländern so stark betroffen sei.

Industrie reagiert stark auf Konjunktur

Die Ankündigung des Stellenabbaus bei Alstom zeige, dass noch nicht alle Unternehmen vom Aufschwung profitieren konnten, sagte Jean-Philippe Kohl, Bereichsleiter Wirtschaftspolitik beim Arbeitgeberverband der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem).

Diese Industrien reagierten stärker auf Konjunkturschwankungen als andere Branchen, hielt Kohl fest. Schlüsse auf andere Unternehmen in der Branche könnten jedoch nicht gezogen werden. Dafür sei die Industrie zu vielfältig.

Ein Stellenabbau dieser Grössenordnung könne zwar Verunsicherung auslösen. Der Werkplatz Schweiz sei aber nicht gefährdet.

Abbau von 4000 Stellen weltweit

Die Konzernzentrale von Alstom in Paris hatte am Montag angekündigt, dass weltweit rund 4000 Stellen gestrichen werden. In der Schweiz droht ein Abbau von bis zu 750 Stellen. Wie viele Stellen abgebaut werden, steht noch nicht fest.

Besonders betroffen sind die Aargauer Werke für Bau, Forschung und Entwicklung von Turbinen für Kohle- und Gaskraftwerke in Birr und Baden. Alstom zählt in der Schweiz insgesamt rund 6200 Stellen.

SDA/jak, pbe

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