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Starker Franken setzt auch Swiss Life zu

Der Gewinn des Lebensversicherers ist im ersten Halbjahr um zehn Prozent gesunken. Ohne den starken Franken sähe das Ergebnis laut Swiss Life anders aus. Analysten zeigten sich dennoch vollauf überzeugt.

Auch auf das Prämienvolumen drückt der starke Franken: Der Sitz der Versicherungsgesellschaft Swisslife in Zürich. (28. Juni 2012)
Auch auf das Prämienvolumen drückt der starke Franken: Der Sitz der Versicherungsgesellschaft Swisslife in Zürich. (28. Juni 2012)
Keystone

Der Lebensversicherer Swiss Life leidet unter geringeren Prämieneinnahmen, Margendruck im Neugeschäft und anhaltenden Rechtsstreitigkeiten der Finanzmaklertochter AWD. Im ersten Halbjahr 2012 sank der Reingewinn daher um 10,4 Prozent auf 361 Millionen Franken.

Für Rechtsfälle gegen AWD wegen möglicher Falschberatung und umstrittenen Provisionen – vor allem in Deutschland – stellte Swiss Life 9,3 Millionen Euro zurück. Zudem war der Gewinn im Vorjahr von einer Steuergutschrift um 89 Millionen Franken erhöht worden. Werden daneben auch eine Wertberichtigung und Wechselkurseffekte ausgeklammert, wäre der Gewinn um 15 Prozent auf 369 Millionen Franken gestiegen.

Konzernchef Bruno Pfister zeigte sich an der Medienkonferenz in Zürich sehr zufrieden. Trotz historisch tiefen Zinsen sowie anhaltend volatilen Märkten sei der Betriebsgewinn um 17 Prozent auf 528 Millionen Franken gestiegen.

Dazu trugen operative Fortschritte und erfolgreiche Geschäfte an den Kapitalmärkten bei: Die Nettoanlagerendite des grössten privaten Eigentümers von Schweizer Immobilien stieg von 1,9 auf 2,7 Prozent. Swiss Life hat Euro-Positionen - insbesondere deutsche und französische Staatsanleihen - veräussert und dafür US-Treasuries erworben.

Geringere Prämieneinnahmen

Operativ zulegen konnte Swiss Life vor allem im Unternehmenskundengeschäft in der Schweiz, dem Geschäft mit der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland sowie dem Kranken- und Risiko-Geschäft in Frankreich, wie Pfister sagte.

Insgesamt schrumpften die verbuchten Bruttoprämien, Policengebühren und erhaltene Einlagen wechselkursbedingt aber um 2,6 Prozent auf 9,837 Milliarden Franken. In Lokalwährungen erzielte Swiss Life ein Plus um 1 Prozent.

Von den Sparten erzielte nur das Versicherungsgeschäft International ein Wachstum. Hier sind die steuerbegünstigten Versicherungsmäntel (Wrapper) angesiedelt: Das Prämienvolumen nahm um 4,7 Prozent auf 1,211 Milliarden Franken zu, nachdem es nach Ablauf der italienischen Steueramnestie geschrumpft war.

Die Wrapper-Sparte fiel aber mit einem Verlust von 3 Millionen Franken leicht in die roten Zahlen. Konzernchef Pfister sagte, wie in den 1930-Jahren wollten Europäer ihr Geld vor zunehmenden staatlichen Zugriffen schützen. Allerdings sei nicht klar, ob die Steuervorteile für die Vehikel mit den neuen Steuerabkommen bleiben werden.

AWD-Probleme noch nicht gelöst

Gestiegen sind die Spartengewinne im Versicherungsgeschäft Schweiz ( 17 Prozent), Frankreich ( 14 Prozent), Deutschland ( 16 Prozent) und im Investment Management ( 7 Prozent). Um 40 Prozent eingebrochen ist der Gewinn bei AWD. Ohne Einmaleffekte wie die Rückstellungen für Rechtsfälle legte die Tochter um 3 Prozent zu, obwohl der Umsatz um weitere 13 Prozent gesunken ist.

Pfister zeigte sich zuversichtlich, dass die im Jahr 2008 für 1,2 Milliarden Euro vom deutschen Investor Carsten Maschmeyer gekaufte AWD die Kurve kriegen wird. Allerdings könne er weitere Rückstellungen für Rechtsfälle nicht ausschliessen.

Beim Goodwill von AWD, der zusammen mit jenem der Tochter Deutsche Proventus zur Jahresmitte auf 1,1 Milliarden Franken beziffert wird, habe es keinen Abschreibungsbedarf gegeben. Allerdings will Swiss Life am 28. November neue Strategiepläne für den Konzern und AWD formulieren. Dann werde sich zeigen, «wo wir stehen».

Die Analysten zeigten sich zunächst zufrieden, denn die Halbjahreszahlen fielen besser als erwartet aus. Die Swiss-Life- Aktie notierte am Nachmittag 2,6 Prozent fester.

SDA/mw/bru

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