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Staatsausgaben treiben BIP-Wachstum auf 1,9 Prozent

Das Schweizer Bruttoinlandprodukt hat im dritten Quartal stärker zugelegt als erwartet. Für das Wachstum sorgte anders als zu Beginn des Jahres nicht der private Konsum.

Entwicklung des Schweizer Bruttoinlandprodukts: Veränderung in Prozent und absoluter Wert. (Grafik und Daten: Seco)
Entwicklung des Schweizer Bruttoinlandprodukts: Veränderung in Prozent und absoluter Wert. (Grafik und Daten: Seco)

Mit einem Wachstum um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr hat das Schweizer Bruttoinlandprodukt (BIP) im dritten Quartal stärker zugelegt als erwartet. Konjunkturauguren hatten mit 0,4 respektive 1,7 Prozent Wachstum gerechnet.

Bruno Parnisari, Leiter des Ressorts Konjunktur beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), sagte zu den heute veröffentlichten Zahlen seines Amts, die Weltkonjunktur habe sich aufgehellt, auch wenn bei den Schwellenländern gewisse Unsicherheiten bleiben. Es sei zu hoffen, dass das Wachstum anhalte.

Zyklische Komponenten legen zu

Interessant am dritten Quartal 2013 sei, dass mehrere zyklischen Komponenten Fahrt aufgenommen hätten. Die Warenexporte ohne Edelmetalle, Edelsteine, Kunstwerke und Antiquitäten legten nach einem längeren Durchhänger im Vergleich zum zweiten Quartal um 3,7 Prozent zu. Verantwortlich waren dafür vor allem die Ausfuhren von pharmazeutischen und chemischen Produkten.

Aber auch die Exporte von Maschinen, Elektronik, Uhren und Präzisionsinstrumenten nahmen zu. Produktionsseitig lieferte die Industrie die stärksten Beiträge, wie das Seco konstatiert. Parnisari bezeichnet das als günstig. Auch wenn nicht alle Indikatoren von Monat zu Monat steigen, seien die Zeichen doch verheissungsvoll.

Privatkonsum wächst weniger stark

Getrieben wurde die Entwicklung in geringerem Mass als in den Vorquartalen vom Privatkonsum. Die Konsumausgaben Privater stiegen nach Angaben des Seco verglichen mit dem Vorquartal lediglich um 0,2 Prozent. Dafür legten die Ausgaben des Staates und der Sozialversicherungen um 1,1 Prozent zu.

Wie Parinsari gegenüber der Nachrichtenagentur sda ausführte, ist das nicht eine Verlangsamung. Es handle sich vor allem um einen statistischen Effekt im Zusammenhang mit der neuen Spitalfinanzierung. Die Gesundheitskosten hätten in den Vorquartalen stark zum Anstieg der Konsumausgaben beigetragen. Der Privatkonsum dürfte stabil bleiben.

Die Anlageinvestitionen wuchsen um 0,4 Prozent. Dabei gab es bei den Ausrüstungsinvestitionen einen Rückgang um 0,1 Prozent, weil der starke positive Beitrag der Fahrzeuge im zweiten Quartal sich ins Negative drehte. Die Bauinvestitionen nahmen um 1 Prozent zu. Parnisari betonte, die Investitionen lägen noch unter dem Niveau von vor der Krise 2008. Die Investoren hielten sich weiter zurück. Für das Gesamtjahr rechnet Parnisari weiterhin mit dem vom Seco prognostizierten BIP-Wachstum von 1,8 Prozent.

Verschiebung aus der Binnenkonjunktur

Jan-Egbert Sturm, Direktor der Konjunkturforschungsinstitut KOF der ETH Zürich, sagte der sda, die Zahlen seien erfreulich. Das flaue Konsumwachstum zeuge von einer langsamen Verschiebung von der Binnen- zur Auslandkonjunktur. Es könne sich aber auch um eine kurzfristige Schwankung handeln. Stärker als erwartet seien dagegen die Staatsausgaben gewachsen.

Die Exporte zögen wegen der Erholung in Europa an. Die Importe seien indessen schwächer gewachsen als erwartet, was aber auf Einmaleffekte wegen einer Flugzeugeinfuhr zurückzuführen sein könnte. Der KOF Consensus Forecast wird am 5. Dezember publik.

Die Konjunkturforscher des Bakbasel sehen ihre Prognose bestätigt, wie sie in einem Kurzkommentar schreiben. Die binnenwirtschaftlichen Impulse seien von ihren ausserordentlichen Expansionstempo etwas zurückgegangen, dafür habe sich der Aussenhandel spürbar belebt. Die Güterausfuhren hätten so stark zugelegt, wie seit vier Jahren nicht mehr. Bakbasel veröffentlicht seine neuen Prognosen am 3. Dezember.

SDA/mw

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