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Sozialplan-Verhandlungen bei Clariant vorerst gescheitert

Eine Verhandlungsrunde für Verbesserungen im Sozialplan von Clariant ist am Dienstagnachmittag gescheitert. Nach Angaben der Gewerkschaft Unia zeigte sich das Management des Spezialchemiekonzerns zu keinen Zugeständnissen bereit.

Alle Alternativvorschläge der Belegschaft zur angekündigten Massenentlassung hätten kein Gehör gefunden. Das sei eine unerträgliche «Herr-im-Haus-Mentalität», kritisierte die Gewerkschaft. Die Firmenleitung sei offenbar nicht bereit, zusammen mit den Vertretern der Belegschaft und der Gewerkschaft den Sozialplan und die Konsultationsfrist anzugehen.

Kampfmassnahmen in der Luft

Das widerspreche dem elementarsten sozialpartnerschaftlichen Respekt. Die Unia werde nun im Mai eine Belegschaftsversammlung einberufen, die das weitere Vorgehen besprechen soll. Gemäss Unia-Communiqué liegen Anträge aus der Belegschaft für Kampfmassnahmen vor. Zudem bereitet die Unia eine Klage wegen Verletzung des gesetzlich vorgeschriebenen Einbezugs der Belegschaft bei Massenentlassungen vor.

Massiver Stellenabbau in Muttenz

Clariant-Sprecher Arnd Wagner bestätigte am Dienstagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA die Gespräche. Den Inhalt laufender Verhandlungen kommentiere das Unternehmen indessen nicht. Der Spezialchemiekonzern will in seinem tiefgreifenden Konzernumbau weitere 500 Stellen abbauen, 400 davon in der Baselbieter Gemeinde Muttenz.

Konkret wird in den kommenden drei bis vier Jahren die Produktion von Farbstoffen und Chemikalien für die Textilindustrie von Muttenz nach Asien und die Produktion von Chemikalien für die Papierindustrie nach Spanien verlagert. Nach dem Abbau beschäftigt Clariant in der Schweiz noch rund 1000 Personen, davon 100 in der Produktion.

Bereits 2009 hatte Clariant seinen weltweiten Stellenbestand von 20'100 auf 17'500 reduziert. Die Firma schrieb im vergangenen Jahr einen Verlust von 194 Millionen Franken. Bereits 2008 und 2007 hatten mit einem Minus geendet.

SDA/jg

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