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Softwarekrieg um Geld und Reputation

Eine jahrelange Fehde spitzt sich zu: Ab Montag läuft der Industriespionage-Prozess zwischen den Softwareriesen Oracle und SAP. Für beide steht viel auf dem Spiel.

Ein langer Prozess steht bevor: Das Softwareunternehmen Oracle verklagt seinen Konkurrenten SAP.
Ein langer Prozess steht bevor: Das Softwareunternehmen Oracle verklagt seinen Konkurrenten SAP.
Keystone

SAP steht vor Gericht. Seit Montag läuft in Kalifornien der Industriespionage-Prozess gegen Europas grössten Softwarekonzern. Kläger ist der US-Erzrivale Oracle. Es ist der bisherige Höhepunkt einer jahrelangen Fehde zwischen beiden Unternehmen.

Die alte Fehde zwischen den beiden Softwaregrössen SAP und Oracle steuert auf ihren Höhepunkt zu. Es könnte brenzlig werden. Oracle-Chef Larry Ellison und SAP-Mitgründer Hasso Plattner sind sich spinnefeind. Seit Jahren lässt Ellison keine Gelegenheit aus, Plattner und sein Unternehmen schlecht zu machen.

Von Servicemitarbeitern ans Messer geliefert

Servicemitarbeiter einer kleinen US-Tochterfirma lieferten SAP letztlich ans Messer. Die Mitarbeiter hatten Oracle-Produkte im Auftrag von Firmenkunden gewartet. Um die Oracle-Software aber in Schuss halten zu können, luden die Mitarbeiter mehrfach Daten von der Website des Rivalen herunter - und genau das hätten sie nicht tun dürfen. Oracle entdeckte die illegalen Downloads und verklagte SAP 2007.

Neben Geld geht es vor allem um Reputation. Der grundlegende Fall ist dabei mittlerweile unstrittig: Mitarbeiter einer amerikanischen SAP-Tochter hatten mehrfach unrechtmässig Daten von der Website des Rivalen heruntergeladen, um Oracle-Software im Auftrag von Firmenkunden zu warten.

Was bleibt, ist der Ärger

SAP wollte über den Umweg einer günstigen Wartung Oracle die Kunden abspenstig machen und letztlich für die eigenen Programme gewinnen. Das Vorhaben scheiterte jedoch, die kleine Tochter namens TomorrowNow ist mittlerweile geschlossen. Was bleibt, ist der Ärger.

Den Datenklau an sich hat SAP längst zugegeben und auch die Verantwortung übernommen. Nun dreht sich der Streit ums Geld: Oracle verlangt milliardenschweren Schadenersatz. SAP bietet Millionen.

Schauplatz der Auseinandersetzung ist das Gericht in der kalifornischen Stadt Oakland unweit des Oracle-Firmensitzes in Redwood Shores. Nach der Auswahl der Jury folgen die Eingangsplädoyers des Klägers und des Beklagten. Der Prozess dürfte vier Wochen dauern.

SDA/mrs

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