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So viel verdienen Schweizer Chefs

In den Chefetagen der Schweizer Konzerne gab es 2011 weniger Lohn. Dies zeigt die neuste Studie der Stiftung Ethos. Doch nicht alle Firmen liessen sich von der Kritik an überhöhten Managerlöhnen beeindrucken.

Auf Platz drei der Spitzenverdiener: Roche-Chef Severin Schwan.
Auf Platz drei der Spitzenverdiener: Roche-Chef Severin Schwan.
Keystone
Verdient stolze 15,7 Millionen Franken: Novartis-Konzernchef Joe Jimenez.
Verdient stolze 15,7 Millionen Franken: Novartis-Konzernchef Joe Jimenez.
Keystone
Mit 13,5 Millionen Franken grosszügig entlöhnt: Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella.
Mit 13,5 Millionen Franken grosszügig entlöhnt: Novartis-Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella.
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Die Finanzbranche scheint aus der harschen Kritik gegen überhöhte Managerlöhne Konsequenzen zu ziehen: Spitzenkader der grössten Schweizer Banken erhielten 2011 23 Prozent weniger Salär. Die Vergütungen der obersten Chefs in den anderen Branchen stiegen hingegen um 5 Prozent.

Insgesamt schrumpfte die Lohnmasse für die Mitglieder der Geschäftsleitung und Verwaltungsräte der 100 grössten Schweizer Unternehmen um 6 Prozent auf 1,54 Milliarden Franken. Dies ergab die jährlich durchgeführte Studie der Anlegerstiftung Ethos, die in Zürich vorgestellt wurde.

Demnach zeigte sich das Pharmaunternehmen Novartis bei der Entlöhnung ihrer Spitzenmanager am freigebigsten: Konzernchef Joe Jimenez (15,7 Millionen Franken) und Verwaltungsratspräsident Daniel Vasella (13,5 Millionen Franken) wiesen die höchsten Löhne auf. Auf Platz drei lag Severin Schwan, Geschäftsleiter von Novartis-Konkurrent Roche.

Weit zurückgefallen ist hingegen der letztjährige Spitzenverdiener, CS-Konzernchef Brady Dougan. Sein Einkommen schrumpfte um mehr als die Hälfte auf 5,8 Millionen Franken.

Konzerne informieren zurückhaltend

Der grössere Teil der Vergütungen für Mitglieder der Geschäftsleitung war variabel. Der Anteil dieser Boni an der gesamten Vergütung belief sich bei den im Swiss Market Index (SMI) vertretenen Unternehmen des Finanzsektors auf durchschnittlich 72 Prozent. Als positiv bewertete Ethos, dass der in Aktienoptionen abgegoltene Vergütungsanteil weiter gesunken sei.

Laut der Stiftung hielten sich die Konzerne zum Thema Managerlöhne weiterhin eher bedeckt: Viele Unternehmen veröffentlichten nicht mehr Informationen als gesetzlich verlangt. Dort wo die Generalversammlung fakultativ über die Managementvergütungen abstimmte, stellte Ethos generell eine bessere Transparenz fest.

Ethos unterstützt Gegenvorschlag zur Abzocker-Inititative

Ethos sieht im Gegenvorschlag zur Abzocker-Initiative den besseren Weg zur Eindämmung überhöhter Managergehälter. Sie erlaube Aktionärsabstimmungen über die ganze Vergütungstruktur der Unternehmensspitze. Die Initiative «gegen die Abzockerei», über die das Volk im März abstimmen wird, sei ein wichtiger Wegbereiter gewesen, sagte Ethos-Direktor Dominique Biedermann vor den Medien in Zürich. Der Gegenvorschlag biete aber in entscheidenden Punkten mehr Rechte für die Aktionäre.

Nur mit dem Gegenvorschlag aber müsse der Verwaltungsrat ein Vergütungsreglement erlassen, über das die Generalversammlung abstimmen könnte. Dies wäre der Fall, wenn nur 0,25 Prozent des Aktieninhaber einen entsprechenden Antrag stellen.

Das Volkbegehren verlange hingegen nur eine Abstimmung zu den absoluten Geldbezügen der Konzernspitze. Damit stünde aber die ganze Anreizsystematik – oft Ursache exzessiver Löhne – nicht zur Debatte. Auch bringe der Vorschlag des Parlaments mehr Transparenz: Der Verwaltungsrat müsste jedes Jahr einen Vergütungsbericht veröffentlichen; die Abstimmungsergebnisse der GV müsste das Unternehmen ebenfalls offenlegen.

Schliesslich würde bei einer Ablehung der Initiative der Gegenvorschlag sofort in Kraft treten. Ansonsten könnte es noch Jahre dauern, bis die Änderungen der Bundesverfassung in Gesetze umgesetzt würden.

SDA/kpn

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