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Skywork Airlines ist pleite – 11'000 Passagiere mit wertlosen Tickets

Die Berner Fluggesellschaft hat den Betrieb eingestellt. Über einhundert Angestellte sind betroffen.

fal/chk/mch
Die Skywork Airlines hat am 29. August 2018 den Flugbetrieb eingestellt. Betroffen sind über hundert Angestellte und 11'000 Passagiere.
Die Skywork Airlines hat am 29. August 2018 den Flugbetrieb eingestellt. Betroffen sind über hundert Angestellte und 11'000 Passagiere.
Franziska Rothenbühler
Skywork war 1983 gegründet worden. Es bot zunächst Lufttaxi- und Charterflüge an. Die Airline bot zuletzt aus der Schweiz Linienflüge in Nachbarländer und Feriendestinationen an.
Skywork war 1983 gegründet worden. Es bot zunächst Lufttaxi- und Charterflüge an. Die Airline bot zuletzt aus der Schweiz Linienflüge in Nachbarländer und Feriendestinationen an.
Peter Klaunzer, Keystone
Ab 2003 flog Skyworks mit Dornier 328 und ab 2008 zudem mit Dash 8 Q400.
Ab 2003 flog Skyworks mit Dornier 328 und ab 2008 zudem mit Dash 8 Q400.
Peter Klaunzer, Keystone
Erst anfangs 2018 wurde die Flottenumstellung auf Saab 2000 abgeschlossen, die letzte Dornier 328 ist gemäss Bazl immer noch auf Skywork registriert.
Erst anfangs 2018 wurde die Flottenumstellung auf Saab 2000 abgeschlossen, die letzte Dornier 328 ist gemäss Bazl immer noch auf Skywork registriert.
Peter Klaunzer, Keystone
Die Airline erbrachte fast 60 Prozent aller Flüge des Flugplatzes Bern-Belp, der sich entgegen seiner offiziellen Klassierung als «Regionalflugplatz mit Linienverkehr» selbst als «Flughafen» bezeichnet und von der «Flughafen Bern AG» betrieben wird.
Die Airline erbrachte fast 60 Prozent aller Flüge des Flugplatzes Bern-Belp, der sich entgegen seiner offiziellen Klassierung als «Regionalflugplatz mit Linienverkehr» selbst als «Flughafen» bezeichnet und von der «Flughafen Bern AG» betrieben wird.
Peter Klaunzer, Keystone
Die Existenz des Flugplatzes sei durch das Aus der Regionalfluggesellschaft unmittelbar nicht gefährdet, teilte der Betreiber mit.
Die Existenz des Flugplatzes sei durch das Aus der Regionalfluggesellschaft unmittelbar nicht gefährdet, teilte der Betreiber mit.
Peter Klaunzer, Keystone
Die Young Boys befanden sich am Mittwoch auf einem der letzten Flüge der Skywork Airlines. Sie reisten am Mittwoch von Zagreb nach Hause.
Die Young Boys befanden sich am Mittwoch auf einem der letzten Flüge der Skywork Airlines. Sie reisten am Mittwoch von Zagreb nach Hause.
Thomas Hodel, Keystone
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Der Flugplatz Bern-Belp hat seinen Hauptkunden verloren: Die Schweizer Regionalfluggesellschaft Skywork ist pleite. Sie stellte am Mittwochabend den Betrieb definitiv ein. Betroffen sind über hundert Angestellte und 11'000 Passagiere. Gemäss der Medienmitteilung des Unternehmens erfuhren die Mitarbeiter offenbar erst nach der Beendigung des Flugbetriebs am Mittwochabend offiziell vom Grounding – «aus Sicherheitsüberlegungen».

Nach der Landung der letzten flugplanmässig ankommenden Maschine in Bern am Abend gab die Fluggesellschaft das Aus bekannt. Nach gescheiterten Verhandlungen mit einem möglichen Partner seien die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht mehr gegeben, den Betrieb weiterzuführen, teilte das Unternehmen mit.

Skywork Airlines gebe die Betriebsbewilligung freiwillig an das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) zurück, heisst es in der Medienmitteilung weiter. Die Berner Firma müsse auf Basis des Obligationenrechts wegen Überschuldung den Konkursrichter benachrichtigen. Die weiteren Schritte lägen nun beim Richter.

Der letzte Flug SX0207 landete laut Angaben des Flugplatzes Bern-Belp um 22.20 Uhr in der Hauptstadt. Die Maschine war zuvor im norddeutschen Hamburg gestartet. Skywork beschäftigt über hundert Angestellte. Sie verfügte zuletzt über sechs Turbo-Propellermaschinen des Typs Saab 2000. Mit diesen flog die Airline im Sommer 22 Destinationen in Europa an.

Tausende Passagiere mit wertlosen Tickets

Von der Einstellung des Flugbetriebes sind unmittelbar rund 11'000 Passagiere betroffen, wie das Bazl auf Seiner Website mitteilte. Die Passagiere sind demnach im Besitz von Tickets für Flüge, die für die Zukunft geplant gewesen waren. Die Aufsichtsbehörde hat auf ihrer Homepage Informationen für Skywork-Passagiere aufgeschaltet. (Zum Artikel mit den Empfehlungen des Bazl – und weiteren Folgen der Skywork-Pleite.)

Die Geschäftsleitung von Skywork Airlines bedankt sich herzlich bei den Kunden für die Treue, welche sie der «kleinen feinen Schweizer Fluggesellschaft» sieben Jahre erwiesen hätten. Der Dank gehe auch an die Mitarbeitenden und die Partner von Skywork Airlines. Mit der Stilllegung von Skywork Airlines verabschiede sich «die letzte echte Schweizer Linienfluggesellschaft vom Himmel».

Harter Schlag für Flugplatz Bern-Belp

Skywork war vor knapp einem Jahr in finanzielle Schieflage geraten. Im Oktober 2017 mussten die Flugzeuge drei Tage lang am Boden bleiben. Dann gelang es Skywork, beim Bund den verlangten Finanzierungsnachweis für den künftigen Betrieb zu erbringen. Wie dieser zustande kam, blieb unbekannt. Skywork hatte nach dem Konkurs der Tessiner Darwin Airline für die Strecke Genf-Lugano beim Bund ein entsprechendes Konzessionsgesuch eingereicht.

Erst noch am 23. August hatte Skywork mitgeteilt, sie nehme mit Beginn des Winterflugplans am 28. Oktober neu die Strecke Genf-Lugano in ihr Angebot auf. Das Management der Airline wollte am Mittwochabend keine weiteren Auskünfte erteilen.

Skywork war 1983 gegründet worden. Das Unternehmen bot zunächst Lufttaxi- und Charterflüge an. Die Airline führte zuletzt aus der Schweiz Linienflüge in Nachbarländer und Feriendestinationen durch. Sie war wichtig für den Flugplatz Bern-Belp. Die Airline erbrachte fast 60 Prozent aller Flüge. Der Sommerflugbetrieb mit Helvetic Airways ab Bern findet unverändert statt. (Zum Artikel über die Folgen für den Flugplatz Bern-Belp.)

Young Boys am Mittwoch auf Skywork-Flug

Die Young Boys befanden sich am Mittwoch auf einem der letzten Flüge der Skywork Airlines. Sie reisten am Mittwoch von Zagreb nach Hause. Dort hatten sie sich erfolgreich für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert. Etliche Fans bereiteten der Mannschaft beim Flugplatz Bern-Belp einen würdigen Empfang.

(SDA)

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