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Skandalgeplagte Vatikanbank verzwanzigfacht Profit

Die Vatikanbank geschäftet erfolgreich und will transparenter werden. Doch zwei frühere Topmanager sind noch nicht angeklagt worden.

Mauern der Transparenz: Hauptsitz der Vatikanbank in Rom (Archiv).
Mauern der Transparenz: Hauptsitz der Vatikanbank in Rom (Archiv).
Keystone

Ein grosser Teil der Aufräumarbeiten liegt zwar hinter der Vatikanbank. Doch der Weg zu mehr Transparenz ist ein langer.

Die einst skandalgeplagte Vatikanbank sieht sich bei ihren Aufräumarbeiten auf einem guten Weg. Der Nettogewinn des Istituto per le Opere di Religione (IOR) stieg im vergangenen Jahr um mehr als das zwanzigfache auf 69,3 Millionen Euro (Vorjahr: 2,9 Millionen Euro), erklärte die Bank in Rom. Gründe dafür seien:

  • bessere Handelsgeschäfte mit Staatsanleihen,
  • die Entwicklung des Goldpreises,
  • geringere ausserordentliche Kosten.

Nach Korruptions- und Geldwäschevorwürfen hatte das IOR im Oktober 2013 erstmals eine Bilanz vorgelegt und sich zu mehr Transparenz bekundet. Damals wurden externe Berater geholt und neue Meldesysteme aufgebaut, um sich eine Übersicht über die Kunden und undurchsichtigen Finanzströme des Instituts zu verschaffen. Papst Franziskus kämpft seit seinem Amtsantritt vor mehr als zwei Jahren für mehr Transparenz bei den Finanzgeschäften des Vatikans.

Noch keine Anklagen erhoben

Fälle von Geschäftsmissbrauch innerhalb des IOR seien an die vatikanischen Behörden gemeldet worden, teilte die Bank mit. Im Dezember war bekannt geworden, dass gegen zwei ehemalige Topmanager des Instituts wegen Veruntreuung von Millionen ermittelt wird. Eine Anklage gegen den Ex-Präsidenten des IOR, Angelo Caloia, und den ehemaligen Generaldirektor des Finanzhauses des Heiligen Stuhls, Lelio Scaletti, wurde bisher nicht erhoben.

Fordert mehr Transparenz: Papst Franziskus hält eine Messe in der Petersbasilika. (Foto: AFP; 24. Mai 2015)
Fordert mehr Transparenz: Papst Franziskus hält eine Messe in der Petersbasilika. (Foto: AFP; 24. Mai 2015)

Im Zuge der IOR-Reform wurden mehr als 4600 Konten geschlossen. Die Bank, zu deren Klienten unter anderem katholische Institutionen, Vatikanangestellte und Botschafter beim Heiligen Stuhl gehören, hat derzeit etwa 15'000 Kunden.

Der Fokus liege nun darauf, den Service für alle Kunden zu verbessern und das Risiko für die Bank zu minimieren, erklärte Präsident Jean-Baptiste de Franssu. All das werde innerhalb der strengen Vorgaben des Vatikans und in enger Zusammenarbeit mit der Finanzaufsicht des Heiligen Stuhls getan.

SDA/spu

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