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Schweizer verstecken Geld auf deutschen Konten

Deutsches Schwarzgeld auf Schweizer Banken kennt man – doch offenbar gehts auch umgekehrt: Gemäss «Handelszeitung» verstecken immer mehr Schweizer ihr Geld bei deutschen Banken.

Geld aus der Schweiz auf deutschen Banken steigt stetig: Grenzübergang bei Lörrach.
Geld aus der Schweiz auf deutschen Banken steigt stetig: Grenzübergang bei Lörrach.
Keystone

In den vergangenen Monaten hat man häufig darüber diskutiert: Vermögende Deutsche passieren die Grenze und verstecken ihr Geld auf Schweizer Banken vor dem deutschen Fiskus. Dass es auch umgekehrt geht, schreibt die «Handelszeitung». Demnach bringen immer mehr Schweizer ihr Geld in süddeutsche Städte wie Konstanz, Lörrach, Waldshut oder Jestetten. Dort würden tiefe Gebühren, hohe Zinsen, vor allem aber der Schutz vor den Schweizer Steuerbehörden locken.

Verdeckte Recherchen aus Deutschland haben Schweizer Banken in der Vergangenheit mehrfach der aktiven Beihilfe zur Steuerhinterziehung überführt. Doch der Trend, das Geld im Ausland vor dem heimischen Fiskus zu verstecken, werde auch von deutschen Banken unterstützt, schreibt das Blatt. Offiziell betonen deutsche Banken zwar, dass sie ihre Kunden aus der Schweiz explizit darauf hinweisen, dass die Zinserträge im Wohnsitzland versteuert werden müssen. Als die Journalisten bei der Recherche aber bei einem Geldinstitut anfragten, versicherte der Bankberater: «Uns interessiert nicht, ob Sie diese Erträge versteuern. Von uns jedenfalls kriegen die Schweizer Behörden keine Informationen.»

Bei der Volksbank Hochrhein seien derzeit gut 60 Millionen Euro aus der Schweiz angelegt. Ein Drittel aller Gelder bei der Sparkasse Hochrhein würden schon heute aus der Schweiz stammen.

Keine Furcht vor den Schweizer Behörden

Das Thema Schwarzgeld ist hochaktuell, da in diesen Tagen zwischen der Schweiz und Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen werden soll. Dieses wäre nun auch für Schweizer Steuerfahnder interessant. Durch das Abkommen hätte nämlich die Schweiz ebenfalls die Möglichkeit, Steuersünder zu überführen.

Schweizer Kunden in Deutschland müssten sich allerdings vor den Schweizer Behörden kaum fürchten, schreibt die «Handelszeitung». Dass Schweizer Strafverfolger wegen unversteuerter Gelder in Deutschland Amtshilfe beantragt hätten, sei noch nie vorgekommen. Die Eidgenössische Steuerverwaltung gehe zudem davon aus, dass man diese neuen Möglichkeiten nicht allzu schnell anwenden werde: «Da fehlt uns ganz einfach die Praxis.» Die Zahl der Schweizer Geldtouristen in Deutschland könnte daher noch zunehmen.

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