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Schweizer Firmen sind wieder flüssiger

Die Bonität der grössten Schweizer Unternehmen hat sich 2010 nach dem Taucher in der Finanzkrise verbessert. Trotz Frankenstärke geht die CS davon aus, dass die Fähigkeit zur Kreditrückzahlung robust bleibt.

Die Wolken über der Schweizer Wirtschaft waren auch schon dunkler: Maschinenbauer Rieter in Winterthur.
Die Wolken über der Schweizer Wirtschaft waren auch schon dunkler: Maschinenbauer Rieter in Winterthur.
Keystone

Daher lautet der Rating-Ausblick für 82 der 91 im «Kredithandbuch Schweiz 2011» untersuchten Unternehmen, Energieversorger, Kantone und Städte auf «stabil». «Negativ» ist der Ausblick per Ende August 2011 nur für 8 Emittenten am Franken-Kapitalmarkt. Darunter befinden sich hauptsächlich Energieversorger. Allerdings ist auch das Aufwärtspotenzial sehr begrenzt, da der Ausblick nur für den Kanton Waadt «positiv» ist, wie die Credit Suisse mitteilte.

Dabei geht die Bank, die mit der UBS und der ZKB wichtigste Begleiterin von Emittenten im Franken-Kapitalmarkt ist, von einer weiteren Erholung der Weltwirtschaft aus. Das Wachstumstempo werde sich aber wohl verlangsamen. Der Finanzsektor und die gesamte globale Wirtschaft seien durch die anhaltende Unsicherheit über die europäische Staatsschuldenkrise unter Druck. In jüngster Zeit seien auch die Kreditrisikozuschläge wieder gestiegen.

Frankenstärke erleichtert Schuldendienst

Die Frankenstärke erhöhe zwar den Druck, erklärte Studienleiter Michael Gähler an einer Medienkonferenz in Zürich. Die wichtigsten Emittenten von Franken-Anleihen seien aber – ausgenommen Exportfirmen mit Schwergewicht auf dem Standort Schweiz – mit ihrer breiten Abstützung im Ausland natürlich gegen Währungsrisiken abgesichert.

Dies gelte nicht nur bei Produktion und Beschaffung, sondern auch für die Verschuldung, die zu einem guten Teil in Fremdwährungen erfolgt. Entsprechend erleichtert sich der Schuldendienst.

Wegen Währungseffekten habe es keine einzige Rückstufung gegeben. Vielmehr habe sich die Lage 2010 nach den vielen Abstufungen wegen der Finanzkrise normalisiert, sagte Gähler. Grund für Abstufungen seien kaum mehr schlechtere Geschäftsverläufe, sondern auf Kredit getätigte Übernahmen gewesen.

Unternehmen weit von Höchstform entfernt

Am höchsten stuft die Credit Suisse weiterhin die Bonität von Kantonen und Städten ein. Gut schneiden auch Banken und Versicherungen ab, während die Ratings der Unternehmen breit gestreut sind.

Die Unternehmen seien wieder auf Kurs, aber weit von ihrer Höchstform entfernt, hiess es. Dass sich ihre Bonität gegenüber den Tiefständen aus dem Jahr 2009 verbesserte, sei auf Effizienz- und Kosteneinsparungsprogramme sowie auf gestiegene Aufträge und Umsätze zurückzuführen. Damit verbesserten sich die Margen und die Verschuldung nahm ab oder blieb stabil.

Vier Unternehmen erhielten eine bessere Note als im Vorjahr: Clariant, Rieter, Givaudan und der Flughafen Zürich. Die beiden Firmen Aryzta (Backwaren und Fertigprodukte) und die Elektrizitätsgesellschaft Laufenburg (EGL) wurden herabgestuft.

Öffentliche Hand als sicherer Hafen

Die Schweizer Kantone können auf ein weiteres gutes Jahr zurückblicken: Ihre finanzielle Entwicklung sei auch 2010 solide gewesen, wenn auch auf einem etwas niedrigeren Niveau als in den Vorjahren.

Darüber hinaus konnten viele Kantone Überschusserträge verbuchen und ihre Haushaltspläne in der Regel übertreffen. 16 Kantone wiesen Selbstfinanzierungsquoten von über 100 Prozent aus, sodass sie ihre Investitionen voll aus eigener Kraft finanzieren konnten.

Die Credit Suisse publiziert das Kredithandbuch seit zehn Jahren. Erfasst sind 47 Unternehmen, 16 Partnerwerke im Stromsektor, 26 Kantone und 2 Städte. Darunter sind Emittenten, die nicht durch internationale Rating-Agenturen wie Standard & Poor's abgedeckt werden.

SDA/pbe

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