Zum Hauptinhalt springen

Schweizer Börse in den Keller gesackt

Rezessionsängste und der erneute Absturz der Wallstreet haben die Schweizer Börse tief in die Verlustzone gedrückt.

bru

Enttäuschende Quartalsergebnisse sorgten für schlechte Stimmung. Im Mittelpunkt standen die Aktien des Mischkonzerns Oerlikon, der mit seinem Quartalsabschluss die Erwartungen verfehlte und eine Gewinnwarnung abgab. Die Oerlikon-Aktien brachen zeitweise 18 Prozent auf den tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren ein. Das Unternehmen rechnet 2008 mit einem Verlust, will im nächsten Jahr dann aber wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren.

Der SMI sackte 4,2 Prozent auf 5925 Punkte ab. Der breite SPI fiel 3,99 Prozent auf 4899 Zähler.

Banken und Versicherer leiden

Die Aktien von Banken und Versicherungen verloren stark. Der Sektor leidet weiter unter dem Vertrauensverlust der Anleger im Sog der Finanzkrise, sagte ein Händler. UBS sank 4,8 Prozent und Credit Suisse büsste am Tag vor dem ausführlichen Quartalsbericht vier Prozent ein. Credit Suisse hat wegen Verlusten im Investmentbanking einen Quartalsverlust von 1,3 Milliarden Franken angekündigt.

Markante Einbussen sahen auch zyklische Industriewerte wie ABB und die Chemietitel. Damit folgten sie dem Trend im Ausland. Diese Unternehmen seien stark in Infrastruktur- und Investitionsgütern tätig. Wenn die Regierungen den Finanzsektor stützen müssten, bleibe weniger Geld für Infrastrukturinvestitionen, hiess es im Handel. Die ABB-Aktien fielen 7,8 Prozent.

Im Sog von Oerlikon sanken die Rieter-Aktien 9,3 Prozent. Der Automobilzulieferer und Textilmaschinen-Hersteller ist in Industriezweigen tätig, in denen auch Oerlikon stark engagiert ist.

Nestlé vor Zahlen im Minus

Im Handelsverlauf rutschten auch die defensiven Pharmawerte Novartis und Roche sowie Nestlé deutlich ins Minus. Die Aktien der anfangs dank des sehr guten Quartalsergebnisses noch gesuchten Biotechnologiefirma Actelion drehten ebenfalls in die Verlustzone und schlossen 4,2 Prozent tiefer. Bei Nestlé sprachen Händler von «Verkäufen vor dem Ergebnis».

Zu den wenigen Gewinnern zählte Temenos. Der Bankesoftware- Hersteller hat mit seinem Zwischenbericht positiv überrascht. Zudem sei der Titel sehr günstig und Temenos könnte damit ins Visier eines grossen Softwarehauses geraten, sagte ein Börsianer. Die Aktien stiegen 4,6 Prozent.

Unter Gewinnmitnahmen litt der Luxusgüterkonzern Richemont. Die Aktien verloren 6,3 Prozent, nachdem sie am Vortag 38 Prozent nach oben geschossen waren. Am Dienstag war die Abspaltung der Tabak- Beteiligung BAT wirksam geworden und Richemont gilt nun als «reiner» Luxusgüterwert.

(AP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch