Zum Hauptinhalt springen

Schweizer Banker droht Anklage in den USA

Der in New York festgenommene CS-Kundenberater ist laut einem Medienbericht nicht nur ein wichtiger Zeuge für die US-Justiz. Es geht um Verschwörung und Betrug.

Negative Nachrichten aus den USA: Credit-Suisse-Filiale in New York.
Negative Nachrichten aus den USA: Credit-Suisse-Filiale in New York.
Keystone

Die USA-Reise eines Kadermanns der Credit Suisse endete im Gefängnis. Seit rund zwei Wochen wird der 45-jährige C.B. in den USA festgehalten. Der Grund für die Festnahme ist offiziell nicht bekannt. Gemäss einem Bericht der «SonntagsZeitung» ist der CS-Kundenberater ein wichtiger Zeuge – «material witness» – im Zusammenhang mit Strafverfahren gegen Steuerflucht. Die «New York Times» (NYT), die sich auf zwei Quellen beruft, berichtete nun, dass dem CS-Mann selber eine Anklage droht. Die Rede ist von einer Anklage wegen Verschwörung und Betrugs («conspiracy and fraud»).

Weil der festgehaltene Kundenberater viele Jahre für die Vermögensverwaltung der UBS gearbeitet hatte und seit zwei Jahren im Dienste der Credit Suisse Private Advisors steht, ist nicht klar, ob die Festnahme im Zusammenhang mit den Geschäftspraktiken der CS oder jener der UBS steht. Credit Suisse Private Advisors ist eine Investment-Management-Tochterfirma, die Diversifikationsstrategien für reiche Kunden entwickelt.

Druck der US-Justiz auf die CS?

Gemäss einem Bericht des Nachrichtenportals Finews.ch will das amerikanische Justizministerium mit der Verhaftung den Druck auf die Credit Suisse erhöhen – «im Bestreben, gegen deren Offshore-Dienstleistungen vorzugehen, welche amerikanischen Kunden bei der Steuerflucht hilfreich sind». Die CS wollte den Fall nicht kommentieren. Nach Informationen der «SonntagsZeitung» könnte es um mögliche frühere Verfehlungen bei der UBS gehen – und nicht um allfällige strafbare Handlungen bei der CS.

Unter Berufung auf die «Financial Times» berichtet Finews weiter, dass die Anklage gegen den 45-jährigen CS-Kadermann noch in dieser Woche erhoben werde. Mit ihm würden auch weitere Banker angeklagt – unter ihnen mindestens ein Angestellter einer Schweizer Bank. Die UBS sei allerdings nicht betroffen.

Die jüngste Festnahme eines Schweizer Bankers in den USA erinnert an den Fall Liechti. Vor drei Jahren wurde der damalige UBS-Generaldirektor Martin Liechti in Miami festgenommen. Die monatelange Einvernahme Liechtis war entscheidend für den Kampf der US-Justiz gegen die illegalen Geschäftspraktiken der UBS in den USA – was schliesslich zum Steuerdeal zwischen der Schweiz und den USA führte.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch