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Rochade an der UBS-Spitze

Zwei alte Männer treten ab, zwei Frauen steigen ein: So wünscht es sich der UBS-Verwaltungsrat. Bei den Kandidatinnen handelt es sich um eine Top-Ökonomin sowie eine Expertin für internationale Prozesse.

Profilierte Ökonomin und erfahrene Juristin: Beatrice Weder di Mauro (l.) und Isabelle Romy.
Profilierte Ökonomin und erfahrene Juristin: Beatrice Weder di Mauro (l.) und Isabelle Romy.
/nkf.ch, AFP

Die Grossbank UBS will zwei Frauen in den Verwaltungsrat holen: Die Volkswirtschafterin Beatrice Weder di Mauro, und die Rechtsprofessorin und Anwältin Isabelle Romy.

Aus dem Aufsichtsgremium ausscheiden wird dagegen Bruno Gehrig, wie die UBS heute früh mitteilte. Der frühere Swiss-Life-Präsident ist auch Verwaltungsratspräsident bei der Fluggesellschaft Swiss und Vizepräsident des Pharmaunternehmens Roche. Bis 2003 war er Direktionsmitglied der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Bereits seit November ist bekannt, dass auch Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger auf die Generalversammlung vom 3. Mai aus dem derzeit elfköpfigen Aufsichtsgremium zurücktreten wird. Als neuer Präsident vorgesehen ist Axel Weber. Einzige Frau im UBS-Verwaltungsrat ist bislang die frühere Swiss-Re-Finanzchefin Ann Godbehere.

Beraterin der Kanzlerin

Die Volkswirtschaftsprofessorin Weder di Mauro hat sich als Beraterin der deutschen Bundesregierung im sogenannten Rat der Wirtschaftsweisen profiliert. Für die Wahl in den UBS-Verwaltungsrat gibt sie dieses Mandat ab, wie sie heute mitteilt. Mit dem Schritt wolle sie «auch nur den Anschein» eines Interessenkonfliktes vermeiden.

Weder di Mauro hat nach eigenen Angaben der deutschen Bundesregierung mitgeteilt, dass sie nicht mehr zur Wiederberufung in den Sachverständigenrat für die Begutachtung der wirtschaftlichen Entwicklung zur Verfügung stehe. Die Wiederberufung in den Rat der Wirtschaftsweisen wäre noch diesen Februar erfolgt. Weder di Mauro gehört seit 2004 dem Sachverständigenrat an. In ihrer Mitteilung dankte sie ihren Kollegen wie auch der deutschen Regierung für die «sehr gute Zusammenarbeit und das grosse Vertrauen».

Verwaltungsrätin bei Hoffmann-La Roche

Weder di Mauro lehrt an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Von 1994 bis 1997 war sie Ökonomin für die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington und seit 2010 Mitglied ist sie im europäischen Beratungsausschuss des IWF.

Sie ist bereits Verwaltungsrätin beim Basler Pharmakonzern Hoffmann-La Roche sowie beim deutschen Industriegiganten Thyssen Krupp. Beim World Economic Forum hat sie ebenfalls eine führende Position. Zudem sitzt sie im Verwaltungsrat der Deutschen Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, einer Tochter der öffentlich-rechtlichen KfW-Bankengruppe.

Spezialistin für Bankenprozesse

Isabelle Romy ist Partnerin in der international tätigen Zürcher Anwaltskanzlei Niederer Kraft & Frey. Sie ist spezialisiert auf internationale Prozessführung und Schiedsgerichtsbarkeit. Daneben ist Romy seit 1996 assoziierte Professorin an der Universität Freiburg und an der Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) und war von 2003 bis 2008 nebenamtliche Richterin am Schweizerischen Bundesgericht. Seit 2002 ist sie Mitglied der Sanktionskommission der SIX Swiss Exchange und deren Vizepräsidentin seit 2008.

Die Juristin hat Erfahrung in einem Bereich, der für Schweizer Banken allgemein und für die UBS im besonderen zunehmend von Bedeutung sein dürfte: Als Anwältin hat Romy «schweizerische Gesellschaften, insbesondere Banken, in Bezug auf internationale zivilprozessuale Fragen bei transnationalen Verfahren beraten», heisst es in der Mitteilung.

SDA/ami

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