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Fintech-Firma schmälert Raiffeisen-Gewinn

Die Raiffeisen-Bankgruppe hat letztes Jahr weniger Gewinn erwirtschaftet. Unter anderem schlägt eine Wertberichtigung auf das Resultat.

Schwieriges Jahr für die drittgrösste Schweizer Bank: Raiffeisen-Chef Patrik Gisel an der Bilanz-Medienkonferenz in Zürich. (26. Februar 2016)
Schwieriges Jahr für die drittgrösste Schweizer Bank: Raiffeisen-Chef Patrik Gisel an der Bilanz-Medienkonferenz in Zürich. (26. Februar 2016)
Siggi Bucher, Keystone

Die Raiffeisen-Bankengruppe hat 2016 einen tieferen Gewinn erwirtschaftet. Mit 754 Millionen Franken blieben unter dem Strich 6,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Eine Wertberichtigung auf der Beteiligung am Finanzdienstleister Leonteq drückte das Ergebnis.

Trotzdem zeigte sich Raiffeisen-Chef Patrik Gisel zufrieden. Es sei der dritthöchste Gewinn in der Geschichte der Bank, sagte Gisel am Freitag am Hauptsitz in St. Gallen. Die Leonteq-Wertberichtigung von 69 Millionen Franken tue weh. Ohne diesen Sondereffekt hätte die Bankengruppe ein Rekordergebnis erzielt.

Steigern konnte Raiffeisen den Geschäftsertrag. Dieser lag 2,7 Prozent oder 81,3 Millionen Franken höher auf 3,1 Milliarden Franken. Zum Erfolg trugen sämtliche Ertragspositionen bei.

Der Geschäftserfolg dagegen sank um 9,4 Prozent auf 855 Millionen Franken. Die Bank begründete dies auch mit Investitionen in die Informatik- und physische Infrastruktur und höheren regulatorischen Aufwänden. Einen ausserordentlichen Ertrag von 64 Millionen Franken brachte der Verkauf der Asset-Management-Gesellschaft Vescore.

Mehr Marktanteil bei Hypotheken

Hauptertragspfeiler mit 2,2 Milliarden Franken oder 72 Prozent war erneut das Zinsengeschäft. Hier betrug der Zuwachs 2 Prozent. Raiffeisen hält damit im Schweizer Hypothekengeschäft einen Marktanteil von 17,2 Prozent.

Gestoppt wurde eine geplante Lockerung der Hypothekenvergabe an Familien mit mittlerem Verdienst. Die Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma äusserte Bedenken. Dies habe man akzeptiert, erklärte Gisel. In Ausnahmefällen seien solche flexible Hypothekenvergaben aber trotzdem möglich. Das sei auch bei anderen Banken gängige Praxis.

Beim Handelsgeschäft verzeichnete Raiffeisen ein deutliches Plus von 8,9 Prozent auf 227,9 Millionen Franken. Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft trug mit 466,7 Millionen Franken ( 0,9 Prozent) ebenfalls leicht mehr ein.

Weniger Kundenvermögen

Der Umfang der verwalteten Kundenvermögen verringert sich um 2,9 Prozent auf 202,8 Milliarden Franken. Der Netto-Neugeldzufluss von 8 Milliarden Franken vermochte den Rückgang um 14 Milliarden Franken nicht zu kompensieren, der aus dem Verkauf von Vescore resultierte.

Ohne Busse hat die drittgrösste Schweizer Bankengruppe den Steuerstreit mit den USA abgeschlossen. Die Unschuld zu beweisen, habe Raiffeisen allerdings 35 Millionen Franken gekostet, sagte Gisel. Raiffeisen habe keine Verpflichtung, irgendwelche Kundendaten zu liefern.

Unter den Erwartungen blieb die Privatbankentochter Notenstein La Roche, die im vergangenen Jahr reorganisiert wurde. Mit einem leicht höheren Geschäftsertrag von 176,5 Millionen Franken steuerte die Bank einen Gewinnbeitrag von 17,6 Millionen Franken zum Gruppenergebnis bei. Notenstein La Roche soll unter dem Dach von Raiffeisen weiter wachsen.

Weniger Standorte

Die Raiffeisengruppe mit ihren 270 genossenschaftlich organisierten Raiffeisenbanken hat im vergangenen Jahr rund 40 Filialen geschlossen und ist noch an 955 Standorten präsent. Ein Grund dafür ist die Digitalisierung. Das Geschäft mit Online-Hypotheken laufe, habe aber noch kein grosses Volumen, sagte Gisel.

2017 werde wegen Margendruck und verschärftem Wettbewerb ein herausforderndes Jahr, hiess es weiter. Dennoch rechnet die Bank mit einem leicht höheren Ertragswachstum und einem höheren operativen Ergebnis.

SDA

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