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Post baut in Basel 70 Stellen ab

Weil die Deutsche Post ihre Pakete künftig nicht mehr durch die Schweizer Post verzollen und zustellen lässt, fallen im Basler Exchange-Office drei Viertel des heutigen Paketvolumens weg.

Im Basler Exchange-Office fallen drei Viertel des heutigen Paketvolumens weg..
Im Basler Exchange-Office fallen drei Viertel des heutigen Paketvolumens weg..
Henry Muchenberger

Rund 4600 Pakete aus Deutschland verzollt die Schweizer Post zurzeit täglich für die Deutsche Post und stellt sie dann den Adressaten zu. In Zukunft soll das die DHL machen, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Post. Deshalb werden bei der Schweizer Post künftig wohl rund 70 Stellen überflüssig – trotz Bemühungen um interne Vermittlungen, wie die Gewerkschaft transfair am Donnerstag mitteilte.

Gemäss einem Communiqué der Post macht der Abbau 60 bis 70 der heute gut 90 Stellen aus. Betroffen sind konkret zu einem Drittel Zolldeklaranten und Verzollungs-Sachbearbeiter und zu zwei Dritteln Logistik-Angestellte. DHL habe am 8. Juni begonnen, die Verzollung der Deutschen Post-Pakete schrittweise bis im Herbst zu übernehmen.

Hälfte unter GAV

Transfair und die Gewerkschaft Kommunikation fordern nun von der Post einen guten Sozialplan. Die Post verspricht ihrerseits, ihre soziale Verantwortung wahrzunehmen und nach Möglichkeit interne Alternativ-Stellen anzubieten.

Transfair fordert zudem, dass der Sozialplan neben den Betroffenen im Gesamtarbeitsvertrag (GAV) auch für jene gilt, die nach Obligationenrecht angestellt sind. Rund die Hälfte der betroffenen Stellen unterstehen dem Post-GAV; die andere Hälfte entfällt auf die eigenständige Import/Export-Verzollungs- Gesellschaft SPILOG.

Der Bund ist gefordert

Transfair kritisiert zudem DHL Schweiz: Die Konzerntochter der Deutschen Post habe sich bisher geweigert, mit Personalverbänden zu verhandeln und einen Firmen-GAV abzuschliessen. Diese Position sei nicht mehr haltbar, wenn DHL nun mit der Paketverzollung Schweizer Hoheitsrecht ausübe.

Auch die Gewerkschaft Kommunikation (GeKO) pocht auf einen GAV für die Kurier-, Express und Paketbranche, den sie mit der DHL und dem Branchenverband KEP&Mail aushandeln will. Gefordert sei auch der Bund: Er müsse dafür sorgen, dass die Arbeitsbedingungen nicht schlechter würden, wenn er hoheitliche Aufgaben Dritten übertrage.

SDA/amu

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